Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3027466
allein ab; vier- Anstriche sollen genügen, oft aber bedarf es auch deren 
fünf bis sechs, ehe eine ebene Fläche erzielt wird. Nachdem der erste 
elastische Anstrich mit Rauhstoff getrocknet ist, können die Schrauben- 
und Nagellöcher verkittet werden. Man benutzt hierzu einen Kitt aus 
gleichen Teilen trockenem, in Leinöl geriebenem Bleiweiß und super- 
feinem Kutschenlack und läßt 24 Stunden trocknen. Das Auftragen 
der übrigen Rauhstoffanstriche ohne Zugabe von Oel kann nach je einem 
Tage stattfinden und sodann schreitet man zu dem sogenannten 
„L e i t a n s t ri c h". Man verwendet hierzu einen beliebigen Farb- 
körper von einem anderen Tone als der Rauhstoff; z. B. ist gelber Ocker, 
vermischt mit Lack und Terpentin für diesen Zweck gut geeignet, da 
dessen sandige Beschaffenheit den oberen Anstrich abscheuert und das 
Abreiben beschleunigt; die Beigabe von pulverisiertem Bimsstein in 
die Leitfarbe ist ebenfalls zu empfehlen. Wenn der Rauhstoff 
und die Leitfarbe trocken geworden sind (was etwa 24 Stunden in An- 
spruch nimmt), kann der Prozeß des Abreibens oder Abschleifens be- 
ginnen, wozu man künstlichen Bimsstein benutzt; er schneidet scharf 
und die Oberfläche wird schließlich mit Bimssteinbrocken fertig gemacht. 
Dann wäscht man den Kasten rein, trocknet mit Leder und läßt 
ihn mindestens 8 Stunden stehen, damit alle Feuchtigkeit verdunstet. 
Rauhstoff ist porös, gleichviel welche Farbkörper oder Bindemittel 
dazu verwendet sind, er absorbiert auch Wasser. Das Bestreben bei 
Herstellung des Grundes geht dahin, eine nicht absorbierende Ober- 
fläche zu erzielen. Der Holzporenfüller verschließt die Poren des Holzes 
gegen die Feuchtigkeit, weshalb es nötig wird, diesen Anstrich für die 
Aufnahme des folgenden Farbenüberzuges zu ebnen, wozu sich Rauh- 
stoff besonders eignet. Auf den glattgeschliffenen Rauhstoff kommt 
ein zweiter Anstrich mit Holzporenfüller, durch welchen die Poren des 
Rauhstoffes vollständig verschlossen werden; gleichzeitig verbindet 
sich die Farbe zu einer gleichartigen Masse von marmorartiger Ober- 
fläche, welche für die Aufnahme der folgenden Farbenlagen besonders 
geeignet ist.  
Der Anstrich mit Holzporenfüller über den Rauh- 
stoff erfordert mindestens 48 Stunden zum Trocknen; bei einer kürzeren 
Frist ist Gefahr vorhanden, daß die nachfolgenden Farbenlagen springen; 
nach Verlauf dieser Zeit staubt man wieder ab und schreitet zu einem 
„Vorbereitungs- oder Grundanstrich", vor dessen 
Auftragen die Flächen keinesfalls geschliffen oder sonst behandelt werden 
dürfen. Für den Grundanstrich zu Schwarz mischt man Lampen- 
ruß mit feinem Kutschenlack, vermischt mit Terpentinöl und läßt 
durch eine Farbreibmaschine gehen. Dann fügt man einen Eß- 
löffel Oel auf je zwei Liter Farbe hinzu, rühre das ganze gut um 
und lege eine dünne Schicht auf den Nagel des Daumens; man 
bläst nun darauf und sofort wird die Farbe das gleiche Aussehen haben, 
wie sie, trocken geworden, auf "dem Holze zeigt. Wenn sie zu matt ist, 
nimmt man noch mehr Oel hinzu, ist siezu glänzend, so fügt man etwas
        

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