Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3027433
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gender Weise. In möglichst konsistenter Form wird er mit einem ganz 
kurz vorgebundenen Borstenpinsel aufgetragen. lst der Aufstrich 
genügend angezogen, so wird die Fläche mit einem Lappen kräftig ab- 
gerieben und zwar in der entgegengesetzten Richtung, wie die Poren 
des Holzes verlaufen. Es muß so lange gerieben werden, bis der über- 
flüssige Porenfüller wieder beseitigt ist, während die Poren des Holzes 
und die anderen Unebenheiten ausgefüllt worden sind. 
Auf diese Weise braucht man einige Male weniger zu lackieren. 
Ferner hat die letzte Arbeitsweise den Vorteil, daß bei den folgenden 
Lackierungen der Lack nicht in die Poren hereinschlägt, denn diese sind 
durch den Porenfüller abgeschlossen. 
Ist der Porenfüller hart aufgetrocknet, so wird mit feinem Glas- 
papier nachgeschliffen, abgestaubt und mit einem möglichst hellen 
Schleiflack lackiert. Nachdem diese Lackierung einige Male wiederholt 
worden ist, bis eine entsprechend dicke Lackschicht vorhanden "ist, 
wird mit dem Lackschleifen begonnen. Es erfolgt eine An- 
zahl von Lackaufstrichen, welche jedesmal geschliffen werden, bis eine 
zufriedenstellende Fläche erzielt worden ist. Dann erfolgt eine letzte 
Lackierung mit Ueberzugslack. 
Die vorstehend beschriebenen Arbeitsweisen finden natürlich nur 
bei den besten und entsprechend gutbeza-hlten Arbeiten Anwendung. 
Für Geschäftswagen, Lohnfuhrwerke usw. würdesich eine solche viel 
zu teuer stellen. Ein geschickter Lackierer wird sich immer zu helfen 
wissen und auch auf einfachere Art und Weise eine annehmbare, zweck- 
entsprechende-Lackierung herstellen. Es wird dann einige Male weniger 
gespachtelt, unter Umständen keine Vorlacklerung vorgenommen, auch 
das Lackschleifen nicht so sorgfältig ausgeführt. 
Die Behandlung eines alten Wagens richtet sich 
je nachdem, wie die alte Lackierung im Laufe der Jahre gelitten hat. 
Mitunter hat nur der Glanz der Lackierung gelitten, doch häufig ist 
der Ueberzug gerissen. Befinden sich Risse in den ersten Lackschichten, 
so werden diese durch Abbeizen mit Salmiakgeist entfernt und nun 
durch Schleifen (ähnlich wie beim Schleifen des Spachtelgrundes) gründ- 
lich entfernt. Es muß sorgfältig und gleichmäßig geschliffen werden, 
damit die Fläche schön glatt und ein Spachteln möglichst vermieden 
wird; Alsdann wird mit feinem Glaspapier nachgerieben und ein ganz 
dünner, gut vertriebener Anstrich mit grauer Halbölfarbe vorge- 
nommen. Die beschädigten Stellen werden dann mehrere Male mit 
Spachtelkitt überzogen, bis sie ganz ausgeglichen sind. Dann werden 
die Spachtelstellen sauber geschliffen, damit keine Ansätze zu sehen 
sind. jetzt folgt ein dünner, gut vertriebener Anstrich mit magerer 
Kienrußfarbe und auf diese dann, wie bei der Lackierung eines neuen 
Wagens, die Lackfarbenaufstriche usw. 
Umständlicher wird aber die Arbeit, wenn die vorhandenen Risse 
bis in die Spachtelschicht heruntergehen. Dann muß die ganze alte 
Lackierung bis zum rohen Holz heruntergearbeitet werden. Dieses
        

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