Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3027299
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Produkte traten aber nicht unbeträchtliche Schwierigkeiten  vor allem 
durch den Krieg  in den Weg, weshalb sich genannte Firma mit gutem 
Erfolg entschloß, den Lackextrakt „ Rh usol" einzuführen, der den 
japanischen Lacken in seinen Eigenschaften sehr ähnlich ist, dessen Ver- 
arheitungsweise aber im Gegensatz zu diesen sehr einfach ist (vgl. später). 
' Da der praktische Lackierer aber aus der Art der Verwendungs- 
weise echter, japanischer Lacke manche Anregung bekommen kann, 
führe ich das, was genannte Firma darüber mitteilt, an. 
 Eisen-Anstriche. 
Man reinigt zunächst das Eisen gründlich von Rost und Fett, worauf 
man mit folgender Mischung lackiert: l Teil Rhus Nr. 6, 1 Teil Laur- 
organöl, 1 Teil gutes Englischrot." Diese Mischung muß auf der Mühle 
fein verrieben und der Anstrich in feuchter Luft bei zirka 15" R getrocknet 
werden. Die feuchte Luft wird dadurch erzielt, daß man den Boden des 
Lackierraums befeuchtet und nasse Tücher in ihm aufhängt. Kleinere 
Gegenstände können auch in einer feuchten Kiste getrocknet werden. 
Nach dem Trocknen der ersten Lackierung folgt Bearbeitung mit 
S p a c h t e l g r u n d , der auf folgende Weise hergestellt wird. Man 
mischt 2 Teile Filling up und 1 Teil Ziegelmehl und feuchtet dieses Ge- 
misch mit wenig Wasser an, worauf man 2 Teile Lack Nr. 6 zusetzt und 
dann aufspachtelt. Dieser Spachtelgrund wird da angewendet, wo es 
viel auszufüllen gibt. 
Einen anderen Spachtelgrund bereitet man aus einem Gemisch von 
l Teil Rhus Nr. 4, 2 Teilen Laurorganöl, 1 Teil Ziegelmehl und 2 Teilen 
Filling up. Dieser Spachtelgrund muß feucht getrocknet werden.  
Die Spachtel können ein oder mehrere Male aufgetragen werden, 
bis man eine schöne, glatte Fläche erzielt. Die ersten Spachtel schleift 
man trocken mit Wiener.Bimsstein ab, die letzteren müssen naß mit 
Bimsstein behandelt werden. 
Hierauf gibt man einen Anstrich aus 2 Teilen Laurorganöl, l Teil 
Lack Nr. 6 und läßt feucht trocknen. Der Anstrich wird mit Glaspapier 
geschliffen, was jedoch nicht unbedingt erforderlich ist. 
Nun folgt der Zwischenlack Nr. 36, dessen Herstellung auf folgende 
Weise geschieht. Ein Teil Lack Nr. 36, l Teil Laurorganöl und 1 Teil 
Pariser Schwarz werden fein auf einer Mühle verrieben. Der Anstrich 
wird feucht getrocknet und mit Holzkohle und Wasser abgeschliffen. 
Auch kann derselbe wiederholt und dann zum letzten Male mit Holz- 
kohle und Filz abgeschliffen werden. 
Hierauf folgt der letzte Ueberzug und zwar: 
1. für Schwarz: Lack Nr. 2 mit 10 Prozent Laurorganöl; 
2. für Schwarz poliert: Lack Nr.1 mit 10 Prozent Laurorganöl; 
3. Buntfarbig: 60 Teile Lack Nr. 4, 40 Teile Farbe und 10 Prozent 
Laurorganöl. 
Dieser letzte Anstrich muß auch feucht getrocknet werden. Den 
Politurlack schleift man mit weicher Kohle und zieht zum Schluß mit
        

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