Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Alt-Spanien
Person:
Mayer, August Liebmann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3005311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3005579
Toledo, S. 
Iuan de [a Penitentia. Frühplatereskes Gitter (Schmiedeeisen). Anfang des XVI. 
(Düaffe Je [a gran rqja estiÄJ Czkneros. Hlkrro faßracfo) 
Iahrhunderts. 
Detail 
gewöhnlich an der Stelle, wo vorher die Haupt: 
mosdiee und mitunter noch früher ein römischer 
Tempel stand. Die Mosdieeanlage ist häufig genug 
bei den Kathedralen zu erkennen, vor allem hat man 
z. B. in Sevilla diesen großen Moscheehof und die 
zu ihm führende Gnadenpforte fast unberührt ge: 
lassen. Ebenso hat die Form des maurischen Mina: 
Zgf-ßziß? retts auf die Gestaltung der Kirchturm e eingewirkt. 
Der Sevillaner Giralda sind mandie andalusischen 
Kirchtürme nadigebildet, und auch der Turm von 
S. Catalina in Valencia läßt mit all seinen barocken 
Formen uns absichtlich nidit im Zweifel darüber, 
daß er sidi an der Stelle eines alten Minaretts erhebt. 
Für eine ganze Anzahl spanisduer Kathedralen ist 
74-33 43 der Vierungsturm, der "Cimborio", charakteristisch, 
der namentlidw im Norden die Aufgabe hat, dem 
Inneren mehr Licht zuzuführen. In Andalusien sieht 
man selbstverständlich davon ab, denn in dieser son: 
nenüberfluteten Gegend betont man in Kathedrale 
und Klfdlß lieber das schutzgewährende und my: 
stische Stimmung auslösende Dämmerlicht und Dun: 
kel, ganz wie im alten Griechenland. - Die Anlage 
Taf. 49 vieler gotischer Kathedralen verrät starken franzö: 
sisduen Einfluß, vor allem in Kastilien und Leon 
(Alt: und Neukastilien). In diesen gebirgigen Ge: 
genden sind Dome und Kirchen entstanden, die ohne 
Einwirkung der großen Meister aus der Ile de France 
undenkbar sind: Es sei nur an die elegante Kathe: 
drale von Leon, die "puldira Leonina", die aufs 741.26 
engste mit den Kathedralen von Reims und Amiens 
verwandt ist, an die machtvolle Toledaner Kathe: 721154549 
drale und an die gotischen Teile der zu Ävila 
erinnert. Im Osten finden wir nidmt selten eine Über: 
setzung der nordisdien Gotik ins Weite, Großräu: 
mige, die stark an italienisdie Gotik gemahnt. Für 
den konservativen Charakter der Spanier ist es sehr 
bezeidinend, daß man zu einer Zeit, wo schon die 
Renaissance sich allenthalben durchsetzte, Kathe: 
dralen in gotisdaem Stil gründete und aufführte, wie 
die von Segovia und die neue zu Salamanca. Es 
konnte natürlidu nidut ausbleiben, daß sidm dodm Re: 7a]. a5 
naissanceelemente den gotischen zugesellten. Dies 
gab dann jenem Übergangsstil, den man als den 
frühplateresken bezeichnen darf, einen besonderen Taf. 36.47 
Reiz. Man pflegt diese Epod1e nadw ihrem Haupt: 
Förderer, dem Kardinal Cisneros, den Stil Cisneros
        

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