Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Bücher über die Baukunst
Person:
Alberti, Leon Battista Theuer, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2976852
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2983600
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besteht", nur dürfte er nicht den Fehler haben, daß er, auf- 
bewahrt, leicht fault, durch übeln Geruch verdorben wird und 
verdickt Hartleibigkeit erzeugt. Einige sagen, das komme 
daher, weil die Wolken aus allzu verschiedenen und einander 
entgegengesetzten, zu einem Ganzen vermengten Wässern 
schöpfen, z. B. aus dem Meere, in das alle Arten von Quellen 
zusamrnenfließen, und nichts eigne sich leichter und besser 
dazu, verdorben zu werden, als eine wahllose Vermengung 
von einander unähnlichen Dingen. Traubensaft aus vielen 
Trauben gemengt erlangt kein hohes Alter. Bei den Hebräern 
gab es ein uraltes Gesetz, das ihnen vorschrieb, nur ausge- 
suchten und einfachen Samen zu säen, da sie sahen, daß die 
Natur die Vermischung von Ungleichartigem gänzlich verab- 
scheue. Die aber dem Aristoteles beipflichten und meinen, daß 
sich die von der Erde aufsteigenden Dämpfe in einem Teile 
der Luft, der kalt von Frost sei, zuerst gleichsam zu einem 
Nebel verdichten, dann aber als Tropfen herabregnen, sind 
anderer Meinung. Theophrast sagt, daß Zierbäume rascher 
in Krankheiten verfallen als Waldbäume. Denn diese seien 
durch ihre unbezwingliche Härte unbeugsam und widerstehen 
daher äußeren Einflüssen desto kräftiger. Jene anderen aber 
erweisen sich infolge ihrer Zartheit unfähig, Widerstand zu 
leisten, weil sie durch die Zucht nachzugehen gezwungen 
sind. Ähnlich, meinen jene, verhalte es sich mit dem Wasser. 
Je dünner es ist, desto weniger widerstandsfähig, um mich 
ihrer Worte zu bedienen, ist es. Und daher komme es, be- 
haupten sie, daß gekochtes und durch Feuer weicher gemachtes 
Wasser sehr leicht kalt und sehr leicht auchiwiederum warm 
wird. Doch über den Regen genug. 
Diesem zunächst schätzt jeder die Quellen. Doch jene, Qugllwagser 
welche den Quellen die Flüsse vorziehen, sagen so: Als etwas 
anderes können wir denn einen Fluß bezeichnen, als die ge- 
meinsame Vereinigung und den Zusarnmenfluß vieler ergiebiger 
Quellen, die durch Sonne, Bewegung und Winde gezeitigt 
wurde? Ein Brunnen sei auch eine Quelle, behaupten sie,
        

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