Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Bücher über die Baukunst
Person:
Alberti, Leon Battista Theuer, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2976852
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2981481
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Die Notwendigkeit lehrte, Kapitäle auf die Säulen zu setzen, 
daß man auf ihnen die Enden der Balken auflegen und ver- 
binden konnte. 
Doch war dieses rohe und vierkantige Holz recht unförmig. Das Dorische 
Es waren daher zuerst die Dorier, wenn wir den Griechen 
alles glauben, die etwas aussannen, das so ähnlich wie etwas 
Gedrechseltes aussah, und das wie eine Schüssel unter dem 
viereckigen Deckelizu liegen schien. Da ihnen dasselbe allzu 
gedrückt erschien, so erhöhten sie es durch einen unter- 
schobenen etwas höheren Hals. Den Joniern gefielen diese Kessel Das Jonische 
an den Kapitälen, als sie die Werke der Dorier sahen. Doch 
die Nacktheit der Kessel und der hinzugefügte Hals gefiel 
ihnen nicht; deshalb fügten sie die Baumrinde hinzu, die hier 
und dort herabhängend und sich in einer Krümmung einrollend 
die Seiten des Kessels bekleidete. 
Auf sie folgten die Korinther durch Kallimachos, der nicht Das Korin- 
wie jene gedrückte Kessel, sondern ein hohes Gefäß, das von misch" 
Blättern ringsumschlossen ist, verwendete, da er ein solches 
am Grab eines Mädchens ganz von Akanthusblättern urn- 
wuchert gesehen hatte, was ihm ausnehmend gefiell". 
Es sind also drei Arten von Kapitälen erfunden worden, 
welche die Sachverständigen in Anwendung brachten: 
Das Dorische  welches aber auch gleicherweise bei den 
Etruskern in Gebrauch war, wie ich weiß,  das Dorische 
sagte ich, das Jonische und das Korinthische. Und was, glaubst 
Du, sei der Grund hiefür? 
Wir stoßen doch allenthalben auf eine große Zahl der ver- Andere Spiel- 
schiedensten Kapitäle, die mit großer Sorgfalt und außer-  
ordentlichem Fleiß von jenen hergestellt wurden, die Neues 
zu erfinden strebten. Keines von denen ist jedoch so hervor- 
ragend, das man neben diesen nach Gebühr billigen könnte, 
außer einem, das ich das Italische nenne, weil uns hievon Das Italische 
nicht alles aus der Fremde überkommen ist. Mit der Fest- 
lichkeit des Korinthischen verbindet es nämlich die Schön- 
heit des Jonischen, und an Stelle der Henkel trägt es her- 
Alberti, Bücher über die Baukunst. 24
        

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