Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Bücher über die Baukunst
Person:
Alberti, Leon Battista Theuer, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2976852
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2981457
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daß sie untereinander alle in Beziehung stehen, so daß man mit 
jedem beliebigen einzelnen Teile allein alle anderen genau 
messen kann 7. 
Höhedes Unler- So finde ich, daß die meisten hervorragenden Baukünstler 
bam des Altertums die Höhe des Unterbaues mittels der Breite des 
Tafel 11, Tempels bestimmten. Denn sie teilten die Breite in sechs Teile, 
F" 3' 4 wovon sie einen dem Unterbau zur Höhe gaben. Manche 
wollten ihn auch bei größeren Tempeln den siebenten, bei ganz 
großen Tempeln aber den neunten Teil der Breite hoch haben. 
Die Portikus besteht ihrer Natur nach nur aus einer vollen 
durchgehenden Wand, während die übrigen Seiten durchbrochen 
sind und durch ihre Öffnungen den Zutritt freilassen. 
Arten der Säu- Nun ist zu überlegen, welche Art von Öffnungen Du an- 
 wenden willst. Denn es gibt eine gewisse Art der Säulen- 
und Ihre Ent-     
mhung Stellungen, bei welcher sie spärlich und etwas zu weit aus- 
einander aufgestellt werden. Eine andere wieder, wo sie dicht 
und einander näherstehen. Beide dieser Arten sind fehlerhaft. 
Denn bedienen wir uns bei der spärlichen Stellung eines Ge- 
bälks, so wird es brechen wegen der Größe der Zwischen- 
weiten, nehmen wir aber einen Bogen, so kann man ihn nicht 
genügend auf den Säulen auflagern. Bei der dichten Stellung 
aber wird bei der Anwendung von Bögen der Zugang, der An- 
blick und das Licht behindert. Deshalb wurde eine dritte 
Art erfunden, die in der Mitte liegt und sich sehr gut susnimmt; 
diese beugt den Fehlern jener beiden vor, ist sehr zweckmäßig 
und wird vor allen anderen bevorzugt. Mit diesen drei Arten 
können wir zufrieden sein. Doch der Eifer der Künstler hat 
zwei Arten überdies dazugefügt, über die ich folgende Meinung 
habe. Gesetzt den Fall, es hätte infolge der Größe der Baustelle 
an der nötigen Zahl von Säulen gefehlt, so wich man von jener 
goldenen Mitte ab zur Nachahmung der spärlichen Stellung. 
Wäre aber die Menge der Säulen zu groß gewesen, so hätte 
man sie etwas zu dicht gesetzt. So zählt man fünf Arten von 
 Zwischenweiten, die man am besten so benennt: Die weite, die 
enge, die richtige (korrekte), die minderweite und die minder-
        

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