Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Bücher über die Baukunst
Person:
Alberti, Leon Battista Theuer, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2976852
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2980142
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und den Richter, nach außen den Feldherrn, den Anführer 
der Flotte u. dgl. Jeder derselben braucht zwei Arten von 
Wohngebäuden: das eine, welches sich auf seinen Beruf be- 
zieht, das andere, in dem er sich und seine Familie unterbringt. 
Seinen häuslichen Herd wird jeder dem ähnlich halten, Vorrang der 
wem er nach seiner Lebensauffassung ähnlich sein will, ent- Vomehme" 
weder einem König, einem Tyrannen oder schließlich einem 
Privatrnanne. Dennoch gibt es manches, was für diese Art 
von Leuten zunächst notwendig ist. Herrlich sagt das Virgil: 
„Verborgen lag des Vaters Anchises Behausung, im Hinter- 
grunde schattiger Bäume". Er erkannte nämlich, daß die 
Paläste der Vornehmen ihretwegen als auch der Familie zu- 
liebe vom niederen Volke und vom Getriebe der Werkleute 
weit abliegen sollen, sowohl im übrigen wegen der Annehm- 
lichkeit und Bequemlichkeit der Spaziergänge, der Gärten und 
der Lieblichkeit, als auch, damit nicht bei einer so großen, so 
vielfachen und verschiedenen Familie die übermütige Jugend, 
da fast keiner von allen für sich lebt, durch ungewohnte Speise 
und Trank allzu üppig werde und zu Klagen der Ehemänner An- 
laß gebe; sowie auch, damit nicht der ungelegene Ehrgeiz von 
Besuchern die einflußreichen Männer über Gebühr belästige. Ja 
die klügsten Vornehmen haben sich, wie ich sehe, nicht nur aus 
der großen Menge des Volkes, sondern auch aus der Stadt selbst 
zurückgezogen, damit ihnen nicht einer aus dem Volke, wenn 
er nicht von einer besonders wichtigen Angelegenheit dazu ver- 
anlaßt wird, durch seine unaufhörlichen Belästigungen unan- 
genehm wird. Was würde ihnen denn ihr Reichtum nützen, 
wenn sie nicht hie und da in Ruh' und Frieden bleiben könnten. 
Die Häuser derselben, wer immer sie auch sind, sollen für Häuserder Vor- 
die Besuche besonders geräumige Empfangssäle haben und "ehme" 
einen Ausgang und eine Straße, welche auf einen ja nicht zu 
engen Platz führt, damit nicht das Gefolge von zugehörigen 
Freunden und Begleitern und jenen, welche sich um sie 
Scharen, um die Zahl der Würdenträger zu vergrößern, im 
Bestreben, das Geleite zu geben, sich im Gedränge verwirre.
        

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