Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Bücher über die Baukunst
Person:
Alberti, Leon Battista Theuer, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2976852
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2980011
 
hinaufsteigen kann, und daß zur Mauer nirgends ein anderer 
Zugang offen stehe, als den der Fürst gestattet. An den Straßen 
in der Stadt gibt es keine Bogen und Türme; und auch die 
Aufführung von Mauern unterlasse und verbiete man außer 
jenen Vorsprüngen, von welchen aus die Soldaten die durch 
die Stadtviertel stürmende Menge durch Wurfgeschosse ver- 
treiben können. Endlich ist die ganze Bauweise dieser An- 
lagen so zu gestalten, daß der, welcher die Herrschaft besitzt, 
alle Höhen beherrscht und niemand den Seinen die Möglich- 
keit benehmen kann, die ganze Stadt zu durchstreifen. 
So also unterscheidet sich die Stadt der Tyrannen von der 
Stadt der Könige. Vielleicht unterscheiden sie sich auch 
hierin, daß für die freien Völker eine ebene Stadt geeigneter, 
für die Tyrannen eine am Berge sicherer ist. 
Der Königs- Alle anderen Gebäude derselben, welche sie bewohnen, 
"M Twmze"; sowohl des Königs als auch des Tyrannen, stimmen in den 
was meisten Beziehungen nicht nur untereinander, sondern auch 
mit den privaten bürgerlichen Wohnhäusern überein, in 
einigen Beziehungen unterscheiden sie sich aber von diesen 
Worin Palast und auch untereinander. Vorher will ich sagen, worin sie 
22:; übereinstimmen, hernach, was jedem eigentümlich sei. Diese 
Art der Gebäude ist, wie man sagt, der Notwendigkeit halber 
entstanden. Dennoch enthält sie einige, im übrigen ganz vor- 
teilhafte Teile, welche Brauch und Lebensgewohnheit so sehr 
erheischen, daß man sie für ganz unentbehrlich hält wie die 
Portikus, die Wandelhalle, die Bauten für Lustfahrten und 
dergleichen. 
Diese will ich, da. sie ja eine vernünftige Bauweise selbst 
rätlich erscheinen läßt, nicht derart trennen, daß ich Zweck- 
dienliches vom Notwendigen scheide. Sondern ich möchte, 
genau so wie bei den Städten, auch bei den Häusern sagen, daß 
die einen für die Allgemeinheit, die andern für Wenige, und 
ander für die Einzelnen sind.
        

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