Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Bücher über die Baukunst
Person:
Alberti, Leon Battista Theuer, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2976852
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2979415
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bis sie trocken werden; und hierauf, wenn auch diese hart 
geworden sind, dieses Gerüste als Stütze wieder höher zu schie- 
ben um wieder einige Scharen auszuführen, so lange bis die 
Wölbung fertig ist". 
Ausführung Das Kreuzgewölbe und die Tonne können nur auf unter- 
n'y: stellten Gerüsten gewölbt werden. Doch möchte ich, daß die 
Gewölben ersten Scharen derselben und die Enden der Bogen auf sehr 
festen Auflagern auisitzen. Jene gefallen mir nicht, welche 
früher die ganzen Mauern aufführen, und nur die hervor- 
stehenden Mauerfüssel auslassen, auf welche sie nach langer 
Zeit das Gewölbe setzen,  eine unsichere und unbeständige 
Art zu wölben. Deshalb wird man, wenn man auf mich hört, 
diese Bogen zugleich und in gleichen Scharen mit ihrer Mauer, 
mit der sie zusammenhängen, ausführen, damit dieses Mauer- 
werk mit möglichst zahlreichen und festen Verbindungen ver- 
eint sei. Den leeren Raum aber zwischen der ansteigenden 
Wölbung und der Mauer, der dort übrigbleibt und den die 
Maurer Hüfte nennen, soll man nicht rnit Erde oder trockenen 
losen Bruchstücken, sondern lieber mit regelmäßigem und 
dauerhaftem Mauerwerk ausfüllen, das wieder und wieder in 
die Mauer eingreift. Zu billigen sind auch jene, welche, die 
Last zu erleichtern, leere irdene Wassergefäße, die voll Ritzen 
sind, in die Dicke der Hüften verkehrt hineinstellen, damit 
sie nicht durch angesammelte Feuchtigkeit hier schwer würden, 
und die ein Gemenge aus Bruchsteinen darüber schütten, die 
aber keineswegs schwer, sondern dünn sein müssen. 
Ahme dieNaiur  Bei jeder Wölbung schließlich, sei sie wie sie wolle, werden 
"M" wir die Natur nachahmen, welche Knochen an Knochen fügte, 
als auch das Fleisch selbst rnit Äderchen durchzog, die sich 
nach allen Richtungen verzweigen, in die Länge, in die Breite, 
in die Tiefe und in die Quere. Dieses Kunstwerk der Natur, 
meine ich, sollen wir auch beim Vermauern der Steine zu Wöl- 
bungen nachahmen. 
Nach Vollendung dessen ist das Nächste die Herstellung einer 
Decke darüber, eine Hauptsache in der ganzen Baukunst und
        

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