Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Bücher über die Baukunst
Person:
Alberti, Leon Battista Theuer, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2976852
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2978306
 
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Bei der Behandlung der Wände will ich mit dem Wich- 
tigeren beginnen. Es ist hier also der Ort, von den Säulen und 
allem, was sich auf sie bezieht, zu sprechen, da ja die Säulen- 
reihen nichts anderes sind als eine Mauer, die an mehreren 
Stellen durchbrochen und offen ist. Weil es auch angezeigt 
ist, eine Erklärung der Säule zu geben, so nenne ich sie viel- Deflnillon a" 
leicht nicht unpassend einen festen und ununterbroche- Säm" 
nen Teil einer Mauer, der sich lotrecht vom Bodeni 
unten in die Höhe erhebt, um die Decke zu tragen, 
Auch wirst Du in der ganzen Baukunst nichts finden, wasf 
Du in bezug auf Leistung, Kosten und Wohlgefälligkeit deni 
Säulen vorziehen könntestj Doch haben die Säulen selbst 
etwas an sich, wodurchiie" sich untereinander unterscheiden. 
Hier will ich die Ähnlichkeit, da sich dieselbe auf die ganze Ähnllchkell der 
Gattung bezieht, nicht übergehen. Die Unähnlichkeit aber soll, "giäme"  
da sich diese auf die Arten bezieht, anderswo in anderem Zu- e "und" 
sammenhange behandelt werden". 
im 'Üm also sozusagen gleich mit der Wurzel zu beginnen: l 
Alle Säulen erhalten ein Fundament. Sind diese Fundamente ; 
'mit der Bodenfläche in eine Ebene gebracht, so pflegte man f 
darauf ein kleines Mäuerchen zu setzen, das wir Sockel i; 
(arula : Altärchen), andere vielleicht Stuhl (pulvinar : f 
Polstersitz) nennen wollen. Auf den Sockel setzte man die  
Basis, auf die Basis stellte man die Säule und auf die Säule 
kam das KapitäLNDabei"befolgte man die Regel, daß jede 
Säule unterhalb. der Mitte anschwoll und sich nach oben ver-  
jüngte, ihre Dicke aber sollte unten an der Sohle stärker sein 
als am obersten Schaftende. Ich glaube aber, daß die Säule 
erfunden worden sei, um die Decke zu tragen. 
Hierauf sehen wir das Streben der Menschen angefachti 
durch den Ergeiz, das Höchste zu erreichen, dahin führen, daß} 
die Sterblichen alles, was sie bauten, nach Kräften für die' 
Ewigkeit und die Unsterblichkeit auszuführen suchten. Des-- 
halb machten sie Säulen und Gebälk und sogar die Vertäb; 
lungen und Decken ganz aus Marmor. Doch bei Ausführung] 
4!
        

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