Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Freitragende Holzbauten
Person:
Kersten, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2972933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2974080
Balkenträger 
rechteckigem 
Querschnitt. 
Tatsache, daß bei den amtlichen Prüfungen Balken, die sich bis 12 cm durchbogen, 
aber nicht gebrochen waren, nach der Entlastung infolge der Spannung des Band- 
eisens Wieder schnurgerade gestreckt wurden. In Räumen, in denen Feuchtigkeits- 
entwicklung stattfindet, müssen die Bandeisen irgendwie vor dem Verrosten durch 
Anstrich geschützt werden. Auswechslungen erfolgen nach Maßgabe der Abb. 142 d. 
Für Balken 1 beträgt die Stärke der Bandeisen 26- 2 mm und steigt allmählich für 
Balken 6 bis auf 26  3,25 mm. Die Gesamtkosten einer Holzbalkendecke können 
bei Verwendung von Thierbach-Balken um etwa 30 vH vermindert werden. 
7  Flacheisenstärke  
Stärke m cm  Lichtweite inm i? mm  Nulggfniß 1" [molägälgfskgm 
1 s  20 4,75 26  2,0  344  692 
2 6  20 4,75 30  2,0 4') 830 
3 6  22 5,05 30  2,5 355  1156 
4 7  24 5,50 32  3,0 k)  1310 
5 7  26  6,00 30  3.0 i)  1540 
6 8  28 6,20 30  3,25 416   2040 
i) Durch Zwischenschaltung zu Enden. 
Versalträger. Diese in früherer Zeit verschiedentlich ausgeführten Träger sind in ihrer Aus- 
bildung durch Abb. 143 gekennzeichnet. Das Eisen ist so verteilt, daß es statisch am günstigsten aus- 
genutzt wird. Die erforderliche schubfeste Verbindung zwischen Holz und Eisen geschieht durch eine 
in bestimmter Teilung erfolgende nietartige Nagelung. Gegen Rostgefahr mußten die Träger fabrikmäßig 
mit einem dauerhaften Rostschutzanstrich versehen Werden. Die Wirtschaftlichkeit solcher Träger 
erscheint zumeist fraglich; trotzdem sollen sie an dieser Stelle der Konstruktionseigenart wegen erwähnt 
werden. 
Bauweise Gumpertl). Das tragende Element dieser Bogenbalkendecke 
(Abb. 144) ist ein Balken m, dessen Breite auf das kleinstmögliche Maß eingeschränkt 
ist. Die Gefahr des Umkantens wird durch Einschubdecken beseitigt, und zwar 
besteht diese Decke aus einem gleichlaufend zur Balkenrichtung liegenden einfachen 
Diel n, der unter Zuhilfenahme von Dreikantleisten 0 mit je zwei Tragbalken zu dem 
aus Abb. 144A ersichtlichen Bauelement starr verbunden istz). Die Einschubdecke 
verlauft gegen die Balkenauflager geneigt. Die Stärke der aufrechtstehenden Balken, 
Stegbohlen genannt, ist je nach der Freilange und der Nutzlast berechnet. Die 
Starke der liegenden, eingespannten Bohle, Bogenbohle genannt, ist durchgängig 
2,5 cm. Die Dreikantleisten werden der Bogenform entsprechend auf beiden Seiten 
der Stegbohle angenagelt. Die durch zwei Stegbohlen und die dazwischen liegende 
Bogenbohle gebildeten, langgestreckten Kasten werden auf den Bau gebracht und 
in üblicher Weise verlegt. Zwischen je zwei dieser Kasten ist nach Maßgabe der 
Abb. 144 B so viel Zwischenraum zu lassen, daß eine weitere Bogenbohle hineingelegt 
werden kann. Diese Bogenbohle e Wird nicht mit den Stehbohlen vernagelt, sondern 
durch weitere Dreikantleisten in ihrer Lage festgehalten. Bei außergewöhnlich großen 
Spannweiten oder Belastungen verwendet man gemäß Abb. 144 C vorteilhaft 2 Bohlen 
nebeneinander.  
Zur Ersparnis an Holz kann man die einzelnen Bogenbalken in Entfernungen 
von etwa 40 cm voneinander verlegen und dazwischen die übliche Einschubdecke 
in wagerechter Lage einbauen, wie es Abb. 144 D zeigt. Man hat so die Möglichkeit 
einer Verwendung billiger Schwartenbretter als Einschubdecke. Die Bogenbalken 
werden in gleicher Weise hergestellt, wie oben beschrieben; nur erhalten sie statt 
der äußeren dreikantigen Bogenleisten gerade Latten p zur Aufnahme der wagerecht 
eingebauten Einschubdecke. 
1) Verwertungszentrale Gumpertscher Patente, Ansbach (Bayern). 
2) Bei einer amtlichen Probebelastung in Stuttgart betrug bei 5,0 m Stützweite und 2,5 m Decken- 
breite die Gesamtbelastung 33 770 kg, was einer etwa Sfachen Nutzlast entsprach.
        

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