Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Freitragende Holzbauten
Person:
Kersten, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2972933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2974403
Formgebungen 
zweckmäßige 
Allgemeine Gesichtspunkte für 
Stabanschlüsse. 
erwünscht. Große Binderentfernungen benötigen unter Umständen Doppelbinder 
und fachwerkgegliederte Pfetten. Für Flugzeughallen sind besonders große Tor- 
weiten nötig (vgl. Abb. 208). Von Fall zu Fall wäre nachzuweisen, 0b leichte Binder 
mit mehreren Mittelstützen wirtschaftlich vorteilhafter sind als schwere Binder 
mit einer geringeren Stützenzahl. 
3. Bedenverhältnisse. Handelt es sich um schlechte Bodenverhaltnisse, so kommen 
in erster Linie leichte Konstruktionen in Frage. Rahmenbinder und sonstige statisch 
unbestimmte Systeme sind hier weniger am Platze. 
4. Architektonische Formgebung. Fachwerke wirken im allgemeinen unruhig, 
wenn sie nicht, wie das mehrfach geschehen 1st, verschalt Werden. Doch wird ein 
verschalter Fachwerkbinder dem Vollwandbinder gegenüber wirtschaftlich unter 
Umständen im Nachteil sein. Bogendacher müssen gegebenenfalls Aufsattelungen 
gemäß Abb. 167 erhalten. Nur selten kann die Dachhaut der Binderform so an- 
gepaßt werden, wie das z. B. nach Ausweis der Abb. 209 geschehen ist. Es kommt 
eben ganz darauf an, 0b es sich um reine Niitzlichkeitsbauten oder um Bauten handelt, 
die auf schönheitliche Wirkung Anspruch erheben müssen. Vielfach sind angehängte 
K,  Putzdecken erwünscht. Ein anderer 
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 Weg, den Innenraum ruhiger zu ge- 
VA  stalten, ist durch Abb. 210 gekenn- 
f, XXX zeichnet; man kann die Dachdecke in 
 X Höhe des Untergurtes verlegen und den 
x] "l s Binder, nach außen hin verschalt, als 
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Abb. 
209. 
Hallenbinder; Dachha-ut 
Obergurt angepaßt. 
gekrümmten 
dem 
Abb. 
210. Dachhaut nach 
Höhe des Untergurtes. 
Rippen in die Erscheinung treten lassen. Nach Darstellung a dienen die Schräg- 
streben zur Absteifung des Untergurtes, nach b zur Absteifung des Obergurtes. 
Vgl. auch die Abb. 227, 247, 454; ebenso vgl. S. 4. 
5. Oberlichtanordnungen. Bei Weitgespannten Hallen mit Mittelstützen sind 
Oberlichte nötig, die entweder raupenförmig auf die Dachhaut gesetzt (Abb. 273) 
oder mansardartig der Binderform angepaßt sind (Abb. 262, 280). Vgl. auch 
Abb. 323 bis 327. 
6. Benutzungsdauer. Hallen für vorübergehende Zwecke (Ausstellungen, Sänger- 
und Schützenfeste usw.) können mit geringerem Holzaufwand erstellt werden als 
andere, die für einen Dauerzweck bestimmt sind. Im letztgenannten Fall empfehlen 
sich vielfach Eisenbetonunterbauten und -stützen. Bei Bogenformen ohne Zugband 
kommen Eisenbetonrahmen für die Seitenschiffe in Frage (Abb. 392). 
7. Kosten. Je geringer der umbaute Raum ist, um so geringer sind im all- 
gemeinen die Erstellungskosten und die Kosten für die Warmhaltung des Innen- 
raumes. In dieser Beziehung sind Wohl Flachdächer am vorteilhaftesten. Ein einfaches 
Bogendach, bei welchem sich die Dachhaut der Krümmung des Obergurtes anpaßt, 
ist billiger als ein Bogendach mit besonderer Aufsattelung. Hohe Spitzdächer be- 
dingen für den Quadratmeter Grundrißfläche natürlich einen bedeutenderen Holz- 
bedarf als Dächer anderer Art; der Winddruck spielt hier eine große Rolle. 
Die Stabverbindungen bzw. Stabanschliisse stellen den schwierigsten Punkt 
in der Ausführung der freitragenden Holzbauten dar; ihre Ausbildung und Weiter- 
vervollkommnung kann nur auf Grund eingehender wissenschaftlicher Versuche
        

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