Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Gummidruck und seine Anwendung in der künstlerischen Photographie
Person:
Meyer, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2966790
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2967024
von den Wienern angegeben wurde und dann von nahezu allen 
Kunstphotographen der damaligen Zeit übernommen wurde. 
Wenn wir heute vom Gummidruck sprechen, so verstehen 
wir hierunter nahezu immer den mehrfachen Gummidruck nach 
einem Negativ, da nur im mehrfachen Gummidruck die diesem 
Verfahren eigene vielfache Beeinflussung der Tonwerte möglich ist. 
II. Grundzüge des Verfahrens. 
Der Gummidruck ist ein Chromatverfahren. Diese beruhen 
auf der eigentümlichen Wirkung des Lichtes auf Gemische von 
doppeltchromsauren Alkalilösungen mit den sogenannten Kolloiden. 
Unter den Kolloiden verstehen wir klebrige und bindige, pflanz- 
liche oder tierische Stoffe, wie Leim, Gelatine, Gummiarabikum, 
Eiweiß, Zucker. Solche Gemische verlieren, wenn sie dem Lichte 
ausgesetzt werden, ihre Löslichkeit in Wasser.  
Beim Gummidruck wird in der Hauptsache, wie schon der 
_Name sagt, als Binde- oder Klebemittel Gummiarabikuni verwendet. 
Eine Lösung von doppeltchromsauren Kalium- oder Animo- 
niumbichromat wird mit einer wässerigen Lösung von Gummi- 
arabikum versetzt und dem Gemenge ein geeigneter Farbstoff, 
z. B. eine Aquarellfarbe, zugesetzt und in dünner Schicht bei 
gedämpftem Tageslicht oder. künstlichem Lichte auf ein gut 
geleimtes, nicht zu glattes Papier aufgetragen. Nach dem voll- 
ständigen Trocknen des so vorbereiteten Papieres unter Abschluß 
des Tageslichtes wird unter einem Negativ, Schicht gegen Schicht, 
bei Tageslicht kopiert. Da auf der Ohromgummifarbschicht das 
ankopierte Bild nur schwach oder überhaupt nicht sichtbar ist, 
wird zur Beurteilung der Belichtungszeit ein sogenanntes Photo- 
meter (Belichtungsmesser) gleichzeitig dem Tageslicht ausgesetzt. Die 
Belichtung des Gummidruckpapiers erfolgt bis zu dem Photometer- 
grade, welcher der Belichtungszeit eines gewöhnlichen Zelloidin- 
papiers unter demselben Negative etwa entspricht. Nach der Be- 
lichtung kommt das Gummidruckpapier in ein Wasserbad, Schicht- 
seite nach unten. An den vom Lichte nicht getroffenen Stellen, 
den Schwarzen des N egativs, entsprechend den Lichtern des Bildes, 
wird keine Veränderung der Chromgummifarbschicht eingetreten 
sein. Die Schicht in den Lichtern des Bildes wird" daher im 
Wasser löslich geblieben sein und wird bei genügender Dauer 
der Entwicklung, dem Gesetz der Schwere folgend, sich lösen 
und zu Boden sinken. In den durchsichtigen Stellen des Negative, 
den Schatten des Bildes, dagegen wird das Licht die erwähnte
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.