Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Palimpsestphotographie (Photographie der radierten Schriften) in ihren wissenschaftlichen Grundlagen und praktischen Anwendungen
Person:
Kögel, P. R.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2965569
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2965884
Überaus groß ist die Zahl der Kleinpalimpseste. In vielen 
Pergamenthandschriften, von denen die größeren Bibliotheken 
hunderte, ja tausende besitzen, finden sich zahlreiche, mitunter 
durch ganze Werke systematisch durchgeführte Einzelradierungen. 
Es sind beispielsweise vermeintliche grammatikalische Ver- 
besserungen. Durch sie wurde nicht selten der Wert, die Ver- 
wandtschaft oder die Abhängigkeit des ersten Textes von anderen 
verdeckt. 
In 
anderen 
Fällen 
wurden 
vermeintliche 
sachliche 
Ver- 
besserungen vorgenommen, und zwar an Hand anderer Hand- 
schriften, denen man größere Glaubwürdigkeit zumaß. Auch 
hier wurde nicht selten das Gegenteil von "dem geschaffen, 
was beabsichtigt war. Der Text, der der Originallesung nahe- 
kam oder sich mit ihr deckte, wurde durch irreführende Vari- 
anten 
ersetzt. 
Mitunter ist eine Rasur allein in einem ganzen Werk für 
seine Beurteilung von ausschlaggebender Bedeutung. Dies 
gilt hauptsächlich von dem Namen des Verfassers oder des 
einstigen Besitzers. Seine Wiedergewinnung löst nicht selten 
textgeschichtliche oder textkritische Fragen. die sonst kaum 
oder gar nicht entschieden werden können. Es finden sich 
aber auch absichtliche oder erzwungene Fälschungen vor. Vor 
ein paar Jahrzehnten wurde selbst von namhaften Forschern 
solchen einzelnen formellen und sachlichen Veränderungen 
nicht die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. 
Heute wendet man ihnen ein besonderes Augenmerk zu. 
Der Gelehrte, der sich der Erforschung der historischen Quellen 
widmet, wird daher jedes technische Hilfsmittel, das ihm den 
ursprünglichen Text soweit als möglich wiederzugeben vermag, 
willkommen heißen. Ja, er wird das dritte Auge des Unsicht- 
baren nicht mehr entbehren können, wenn die Ergebnisse 
seiner Forschung nicht ebensoviel Fragezeichen aufweisen sollen 
als das Original Rasuren. 
In der vorliegenden Schrift soll" dann insbesondere die 
Anwendung der Palimpsestphotographie zur Untersuchung
        

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