Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Photographie im Dienste der Presse
Person:
Knoll, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2962024
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2963329
62 
des Urhebers herbeiführen wollte, nicht ohne weiteres 
reproduzieren, sondern hatte die Pflicht, sich vorher mit 
dem Urheber über die Frage der Reproduktion über- 
haupt und über die Frage der Bedingungen (Honorar- 
forderungen usw.) im besonderen zu einigen. Die 
Redaktion hatte aber nicht nur die Pflicht, sich mit dem 
Urheber auseinanderzusetzen, sondern sie hatte auch die 
Möglichkeit. Die Möglichkeit war dadurch gegeben, 
daß ihr durch den auf dem Bild angebrachten Schutz- 
vermerk Hersteller des Bildes und sein Wohnort bekannt 
waren. Sie konnte sich mit ihm also je nach der 
Wichtigkeit und der Eile brieflich,' telegraphisch oder 
telephonisch auseinandersetzen. 
Wie ganz anders aber liegen die Verhältnisse nach 
dem neuen Gesetz. Eine jede Photographie ist  und 
zwar auf 10 Jahre  nach dem „Gesetz, betreffend das 
Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der 
Photographie vom 9. Juni 1907", das am I. Juli 1907 
in Kraft getreten ist, geschützt. Eine jede Photographie! 
Es braucht kein Hersteller oder gar der Wohnort des- 
selben oder die Jahreszahl der Herstellung auf dem Bild 
angegeben werden. Man stelle .sich nun die Schwierig- 
keit einer Redaktion einem Bilde gegenüber vor, das ihr 
bei einem eintretenden Ereignis von irgend einem Dritten 
übergeben Wird. Nehmen wir einmal folgenden Fall. 
Ein Photograph hat vor 2 Jahren eine Aufnahme irgend 
einer Rheinbrücke hergestellt. Er steht mit der Presse 
in keinerlei Geschäftsverbindung, versendet also auch 
seine Aufnahmen nicht an die Redaktionen. Seine Bilder 
sind aber bei ihm selbst oder in Form von Photographie- 
albums oder einzelnen Blättern in den Kunsthandlungen, 
vielleicht nur in denen seines Domizils, käuflich zu haben. 
Nun geschieht eines Tages irgend etwas mit der Brücke. 
Nehmen wir einmal an, sie stürze ein. Ein interessierter 
Leser eines Blattes, der sich früher gelegentlich einer
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.