Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rezepte, Tabellen und Arbeitsvorschriften für Photographie und Reproduktionstechnik
Person:
Eder, Josef Maria
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2955858
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2956504
Schleier und seine Beseitigung. 
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Der Schwellenwert des Lichthofes bei gewöhnlichen 
Platten ist variabel, z. B. 400 bis 1000mal über dem Schwellen- 
wert des latenten Lichtbildes; bei dünngegossenen Chlorbrom- 
Diapositivplatten etwa 400mal höher, bei lichthoffreien Anti- 
halo-Platten des Handels mit roter oder brauner Zwischen- 
schichte z. B. 8000mal höher, weit in der neutralen Zone der 
nicht" mehr zunehmenden Schwärzung. 
Übrigens können schlechte Objektive zufolge un- 
scharfer Linienzeichnung scheinbare Lichthöfe verursachen. 
Zur Vermeidung oder Verminderung von Reflexions- 
Lichthöfen (Irradiation) benützt man „lichth0ffreie Platten" 
mit schützendem Zwischenguß (Antihalo-Platten). 
Gewöhnliche Trockenplatten können durch inaktinische 
Hinterkleidung vor Lichthöfen bewahrt werden. Ein einfaches 
Mittel ist Anpressen eines mit Glyzerin getränkten schwarzen 
Papieres, wie es zur Packung von Trockenplatten verwendet 
wird, oder einer schwarzen Wachsleinewand, die man mit der 
schwarzen Seite auf eine Schale mit warmem Wasser legt, den 
Uberschuß des Wassers an der Schalenkante abstreift, auf 
die Plattenrückwand legt und mit der Hand anstreicht; oder 
Andrücken eines nassen Pigmentpapieres (ohne Luftblasen); min- 
der günstig ist Tränken mit Wasser oder Aufstreichen einer 
Mischung von 10 g Lampenruß oder brauner Farbe (oder 10 g 
Croceinscharlach), 100 g gelben Dextrin, 6 g Chlorammonium 
und 60 bis 100 ccm Wasser auf die Plattenrückseite und Trock- 
nen im Finstern. 
Oder Aufstreichen des käuflichen Antisol oder Solarin usw. 
mit dem Pinsel auf die Plattenrückscite.  
Panchromatische photomechanische Platten für Auto- 
typie hinterkleidet man mit einer Schicht von Lampenruß 
gemischt mit gebranntem Zucker und Dextrin. 
Kurze Entwicklung, so daß nur ein Oberflächenbild ent- 
steht, mit Metol-Entwickler, Fixieren und Verstärken, hält 
einigermaßen die Lichthofbildung zurück, denn diese sitzt haupt- 
sächlich in der Tiefe. Oder: kurze Entwicklung mit einem lang- 
samen Entwickler, Unterbrechen nach Erscheinen der Lichter, 
Bestreichen der von Lichthof bedrohten Stellen mit 101, Brom- 
kaliumlösung, Antrocknenlassen und Weiterenwickeln. 
6. Schleier und seine Beseitigung. 
Man kann folgende Arten von Schleiern unterscheiden: 
1. Emulsionsschleier, chemischer Schleier, la- 
tenter Schleier durch entwicklungsfähige Bromsilberkörner 
in der Emulsion (schlechter Reifungsprozeß, Alter, schleier- 
bildende Unreinigkeiten). 
Eder, Rezepte. 2
        

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