Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Reflektographie für Reproduktionen ohne photographische Kamera und der anastatische Druck
Person:
Albert, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2942914
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2943019
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die gewünschte Seite aufgeschlagen wird. Der Deckel des Buches 
wird mit einer Metallklammer an einem Brett befestigt, welches 
mit Scharnieren an der Platte des Tischchens befestigt ist und 
durch Metallspreizen in vertikaler Lage festgehalten wird. Ueber 
das zu reproduzierende Blatt wird nun als Unterlage eine dünne 
Spiegelscheibe gelegt, welche mit einer besonderen Isolierschicht 
bedeckt ist. Diese Isolierschicht hat den Zweck, den Druck 
auf der Rückseite des Blattes unschädlich zumachen. Unter 
die Spiegelscheibe und entsprechend der Mitte des Blattes muß 
noch ein Blechstreifen von ganz bestimmter Stärke gelegt werden, 
um später die vollständige Berührung von Text und Bromsilber- 
papier zu erreichen. jetzt wird bei totem Licht auf den zu 
reproduzierenden Text das lichtempfindliche Bromsilberpapier 
w Schicht auf Schicht  gelegt und darauf eine zweite, etwas 
größere und stärkere Spiegelscheibe. Auf diese legt man nun 
_einen eisernen Rahmen und preßt durch die beiden Schrauben 
mit Kurbeln die beiden Spiegelscheiben zusammen. Die unbedingt 
notwendige, ganz innige Berührung wird aber erst durch Anziehen 
der unter-dem Tischchen befindlichen Schraube erreicht. Die 
Belichtung erfolgt, indem man mit einer elektrischen Taschen- 
laterne in einem Abstand von etwa 30 Cm über der Spiegel- 
scheibe 5-6 Sekunden lang hin- und herfährt. Entwickeln, 
Fixieren erfolgt in bekannter Weise 1).  
Die Reflektographie unter Verwendung von Diapositiv- 
chlorsilberfolien enthält das D.R.P. Nr. 214006 vom 5. Mai 1908 
von Gustav Kögel in Wessobrunn  mit folgendem Patent- 
anspruch: Verfahren zur Herstellung von Kopien von zweiseitig 
bedruckten Blättern 'u. dgl., bei welchem die lichtempfindliche 
Schicht direkt auf das kopierende Original gelegt wird und die 
Belichtung von ihrer Rückseite aus erfolgt, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß zur Herstellung der Kopien Diapositivchlorsilber- 
folien verwendet werden. _(Vgl. das Oesterr. Pat. Nr. 44638 vom 
15. März 1910.)   
Das _Verfahren zur photographischen Herstellung von Positiven 
nach Positiven durch Kopieren durch die lichtempfindliche Schicht 
von R aphael Kögel, Beuron (Hohenzollern-Sigmaringen), ist im 
D.R.P. Nr. 302786 vom 10. November 1916, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß man auf die Vorlage eine mit lichtempfindlichen Diazo- 
Verbindungen und gegebenenfalls mit einem Ausbleichfarbstoff ver- 
sehene transparente Schicht legt, durch die Schicht belichtet und" 
das so entstandene Diazobild in einAzofarbstoffbild verwandelt. 
I) „Wiener Mitt. photogr. Inhalts" 1910, S. 129.
        

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