Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch des Wohnungswesens und der Wohnungsfrage
Person:
Eberstadt, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2930467
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2931492
Mittelalter. 
Das 
der Erbleihe als eine ewige Rente, die sich weder der Zeit noch dem 
Betrage nach ändern soll. Die weitere Wertbewegung vollzieht sich 
in der Hauptsache nur an dem Gebäude. Schon seit der Mitte des 
13. Jahrhunderts findet sich in einzelnen Urkunden (s. oben) die aus- 
drückliche Bestimmung, daß der Betrag der Bodenrente seitens des 
Bodenbesitzers nicht erhöht werden soll. 
Die 
Hausfornleln. 
g 11. Unter dem Grundsatz der Scheidung von Boden und Bau- 
werk vollzog sich nun die Aufteilung des städtischen Großgrundbesitzes 
im 13. Jahrhundert. Auch diese Parzellierungsbewegung ist 
für unsere heutigen Zustände von großer Bedeutung, da zu jener Zeit 
die verschiedenen Formen des rein städtischen Hauses ausgebildet 
worden sind. . 
Die Urkunden über den Grundbesitz und den Grundstücksverkehr 
aus dem 12. und 13. Jahrhundert lassen deutlich drei Formen des 
bürgerlichen Hausbaues der damaligen Zeit erkennen: 1. das auf vier 
Seiten freistehende, mit den Nebengebäuden nicht verbundene Haus; 
2. das durch Senkrechtteilung eines größeren Hauses entstandene Teil- 
haus; 3. das Reihenhaus, das in der älteren Zeit mehrfach noch in 
der Form mehrerer Kleinhäuser unter einem gemeinsamen Dache erscheint. 
Unmittelbare Beispiele aus der ersten Zeit haben sich, wie oben bemerkt, 
von keiner der ältesten Bauformen erhalten. Im 13. Jahrhundert geben 
indes die auf den Grundstücksverkehr bezüglichen Urkunden genaue 
Auskunft über die baulichen Einzelheiten. Im übrigen sind wir auf 
die uns erhaltenen, einer späteren Zeit angehörenden Bauten angewiesen, 
bei denen wir annehmen dürfen, daß sie den älteren mittelalterlichen 
Grundriß, wenn auch mit Abwandlungen, üben-liefern.  
Die erstgenannte Form, das freistehende Bürgerhaus, ist von den 
Nachbarhäusern jeweils durch einen Seitenabstand getrennt. Häufig 
geht der Zwischenraum bis auf einen schmalen, 1-3 Fuß betragenden 
Schlitz herunter, der zum Ableiten des Regenwassers und der Wirt- 
schaftswässer dienen soll. Doch werden auch öfter, teils mit teils ohne 
Einwilligung der Nachbarn, Fenster an den nach dieser Wasserrinne 
gelegenen Seitenwänden des Hauses angebracht. Die hieraus ent- 
stehenden Streitigkeiten und daran anschließenden gerichtlichen Fest- 
stellungen, von denen uns die Urkunden berichten, geben uns manche 
Aufschlüsse über die Anlage des freigestellten Hauses. 
Der schmale Zwischengang im Hausbau hat sich bis auf unsere 
Tage erhalten. In zahlreichen deutschen Städten, in Schwaben, Franken 
und Sachsen, ist das freigestellte Haus in älteren Bauten überliefert 
und zeigt sich hier von dem Nebenhaus durch einen schmalen Gang
        

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