Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch des Wohnungswesens und der Wohnungsfrage
Person:
Eberstadt, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2930467
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2936500
548 
Siebenter 
Teil. 
v e r m i e t b a r e Wohnungen errichten. 
finden sich beide Ziele vereinigt. 
Bei 
einzelnen 
Genossenschaften 
Der Grundsatz des Gemeineigentnms der Genossenschaftshäuser 
wurde zuerst verwirklicht durch den in Hannover 1886 gegründeten 
Spar- und Bauverein. Nach dessen Vorbild sind der Berliner Spar- 
und Bauverein und der Hamburger Bau- und Sparverein (inzwischen in 
eine  umgewandelt) 1892 gegründet worden, denen eine Anzahl 
von Baugenossenschaften in den nächsten Jahren gefolgt ist. Die Ge- 
nossenschaften gliedern sich in überwiegender Zahl in Revisionsverbände, 
von denen zur Zeit 15 bestehen und denen 1135 Bauvereinignngen, 
also rund drei Viertel der Gesamtzahl angehören. Die beiden ältesten 
Verbände sind der Verband der Baugenossenschaften Deutschlands in 
Blumenthal (1896 gegründet) und der Verband der auf der Grundlage 
gemeinschaftlichen Eigentums stehenden Baugenossenschaften (1897 ge- 
gründet, Vorsitzender Prof. H. Albrecht). Die Mitgliederzahl der den 
Revisionsverbänden angeschlossenen Genossenschaften beträgt 275 O00. 
Man wird die Zahl der von Baugenossenschaften errichteten Wohnungen 
auf rund 150000 veranschlagen dürfen. 
Eine große Verbreitung haben die Baugenossenschaften in Rhein- 
land und Westfalen gefunden. In Rheinland beträgt für 1915 die Zahl 
der Mitglieder der Baugenossenschaften rund 26 000, die Zahl der her- 
gestellten Wohnungen 20900 (Mewes, Bericht Rhein. Ver., S. 13 und 
Rusch, Rhein. Blätter, S. 63). Für Westfalen ist die Wohnungszahl 
18200; bei den dem westfälischen Revisionsverband angeschlossenen 
Baugenossenschaften ist 1915 eine Mitgliederzahl von 22 968 (gegen 
1914 ein Zugang von 684 Mitgliedern) und eine Wohnungszahl von 
14439 zu verzeichnen. Der Wert des bebauten und unbebauten Grund- 
besitzes beträgt bei den rheinischen gemeinnützigen Vereinigungen 
100 Mill., bei den westfälischen 85 Mill. M. Der Anteil der gemein- 
nützigen Bauvereinigungen (alle Formen ä 120f122) an der Kleinwohnnngs- 
produktion in Westfalen betrug 1912 in Altena 37,3  Rheine 211f2  
Dortmund 1914 (bei allerdings stark verminderter Bautätigkeit) 481[2 Ofo. 
Vormbrock, Westf. Wgsbl. Mai 1918. S. 83.  Eine hohe und 
steigende Bedeutung besitzen die Genossenschaften der Angestellten in 
Reichs- und Staatslmtrieben. Zu den größten dieser Genossenschaften 
zahlt der Beamtenwohnungsverein in Berlin, der Bauten im Bauwerte von 
27 Mill. M. (ungerechnet den Bodenwert) ausgeführt hat. Eine der von 
dem Verein errichteten Wohnungsanlagen ist oben S. 314 (Abb. 49) wieder- 
gegeben. Der bayerische Revisionsverband zählt für 1915 6480, der des 
bayerischen Eisenbahnpersonals 4880 erbaute Wohnungen auf; für den 
sächsischen Revisionsverband ergeben sich 12200 Wohnungen. Vgl. 
auch Rusch, Sachsen, S. 63. Der in dem Betrieb der Nahrungsmittel- 
versorgung und der Eigenerzeugung zu großer Bedeutung gelangte Konsum-, 
Bau- und Sparverein "Produktion" in Hamburg hat eine Reihe von Klein- 
wohnungen im System des Vielwohnungshauses erbaut. Die- Form der 
Baugenossenschaft findet vielfach Anwendung bei den Gartenstädten; 
s. oben ä 108. 
Auf dem Gebiet der ländlichen Baugenossenschaften (unter denen 
zu verstehen sind "Genossenschaften für die Herstellung von Wohnungen
        

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