Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch des Wohnungswesens und der Wohnungsfrage
Person:
Eberstadt, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2930467
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2933938
Bebauungsplan 
Bodenparzellierung. 
und 
291 
Die Fluren in der Umgebung unserer Städte sind häufig (gemäß 
der alten Streifenteilung; s. auch oben S. 241) in schmale Streifen von 
wenigen Metern Breite zerlegt; vgl. die beifolgende, in vielen Städten 
anzutreffende Flurteilung aus Nürnberg, Abb. 40. Ähnliche Verhältnisse 
finden sich in den verschiedensten Gebieten Deutschlands. 
Den Unzuträglichkeiten, die sich aus der ungünstigen Boden- 
stückelung ergeben, begegnet man durch ein Verfahren, das  in An- 
lehnung an die auf dem flachen Lande erprobten Formen der Grund- 
stücksregulierung  die einzelnen Grundstücke zunächst in eine Masse 
vereinigt und sie dann nach einem vorteilhaften Plane neu verteilt. 
Wie auf unbebautes Gelände, kann das gleiche Vorgehen auch auf den 
bebauten Boden angewandt werden, indem in niederzulegenden Be- 
zirken der Innenstadt die Grundstücke nach erfolgtem Abriß der Ge- 
bäude vereinigt und nach einem neuen Plane umgelegt werden. 
  
 Das badische Ortsstraßengesetz vom 15. Okt. 1908 bestimmt im 
Art. 13 (unter Abänderung des Gesetzes vom 6. Juli 1896): Wenn die 
Lage, die Form oder der Flächengehalt der Grundstücke im Bereich 
eines Ortsstraßenplans oder einer bestehenden Ortsstraße eine angemessene 
Bebauung hindert, kann behufs Gewinnung zweckmäßiger Bauplätze eine 
Neueinteilung der Grundstücke durch Änderung der Grenzen oder Um- 
legung auf Antrag des Gemeinderates auch gegen den Willen der Eigen- 
tümer erfolgen, wenn die Neueinteilung der Grundstücke im öffentlichen 
Interesse liegt und wenn zugleich mehr als die Hälfte der beteiligten 
Grundeigentümer, die über mehr als die Hälfte der Grundstücke verfügen, 
zustimmen:  Für Sachsen ist die Materie durch ä 511i des Allgemeinen 
Baugesetzes geordnet. Zur Gewinnung geeigneter Baustellen kann eine 
zwangsweise Neueinteilung des Geländes stattfinden, falls sie a) im 
öffentlichen Interesse liegt, b) von der Gemeindevertretung oder von 
mehr als der Hälfte der betreffenden Grundeigentümer, denen mehr als 
die Hälfte der betreffenden Gesamtbodenfläche gehört, beantragt wird. 
 In Preußen wurden Bestimmungen über die Zusammenlegung im 
Jahre 1895f96 für den Aufbau des abgebrannten Städtchens Brotterode 
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