Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch des Wohnungswesens und der Wohnungsfrage
Person:
Eberstadt, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2930467
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2933290
Bodenparzellierung. 
Bebauungsplan und 
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Bewohnerschaft angelegt und ihre äußere Form war das genaue Gegen- 
bild des Standes der Bevölkerung. 
Hierauf aber und auf keinem anderen Grundgedankenberuht auch 
die vielbewunderte Schönheit unserer alten Städte. Gewiß haben 
unsere Untersuchungen die volkswirtschaftlichen, rechtlichen und poli- 
tischen Gesichtspunkte in selbständiger Weise zu betrachten; indes die 
künstlerischen Forderungen fallen mit unseren allgemeinen Zielen voll- 
ständig zusammen und können nur gleichzeitig und gemeinsam mit 
diesen verwirklicht werden. Befriedigende Werke kann der Künstler 
nur schaffen, wenn er die seinem Zeitalter gestellten Aufgaben auszu- 
führen vermag. Dies ist ihm im Städtebau heute verwelirt durch die 
in früheren Abschnitten geschilderten Machtverhältnisse; es bleibt ihm 
nichts, als einem unwahren Inhalt eine unwahre äußere Form zu leihen. 
Das Ergebnis unseres Städtebaues, wie es heute vor unseren Augen 
steht, konnte kein anderes sein in einem Zeitalter, das durch alle 
Stilformen vergangener Perioden hindurchrast, den Aufgaben der eigenen 
Zeit fremd gegenübersteht und unvermögend ist, sie künstlerisch zu 
formen. 
Auch für den Künstler muß es klar werden, daß uns- mit der 
Jagd nach Vorbildern allein nicht geholfen ist. Wir müssen uns zuvor 
des Zwanges einer falschen Produktionsrichtung entledigen und das 
Schaffen im Städtebau so frei von fremden Einflüssen hinstellen, wie 
es in den früheren Perioden gewesen ist. Dann erst haben wir das 
Recht, uns in den alten Zeiten umzutun und aus dem unversiegbaren 
Quell der alten deutschen Städtekunst zu schöpfen. Die Erkenntnis 
der volkswirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Grundlagen des 
heutigen Systems, die Aufstellung der Ziele des neuen Städtebaues 
muß deshalb vorausgehen, wenn wir an die Praxis der Bautechnik 
herantreten. 
Erster 
Abschnitt, 
Bebauungsplan 
und 
Bodenparzellierung. 
1. Die allgemeine Bedeutung des Bebauungsplanes. 
ä 53. Das Gelände, das für den Bau oder für die Erweiterung 
einer Stadt dienen soll, bedarf der Aufteilung, bevor es für den Häuser- 
bau verwendbar wird. Eine Parzellierung der für die städtische Be- 
bauung bestimmten Bodenflächen ist notwendig, gleichviel, 0b sie den 
Eigentümern der Grundstücke selbst überlassen wird, oder 0b sie nach 
einem großangelegten Plane erfolgt, oder 0b sie endlich sich auf 
15'"
        

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