Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hochgebirgs- und Winterphotographie
Person:
Kuhfahl, Gustav Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2928653
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2929689
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Rückfahrt 
Zum Entwickeln und Fixieren kauft man die unzerbrechlichen 
leichten Schalen aus Zelluloid, die dutzendweise auf geringstem 
Raume ineinander passen. Will man auch zum Wässern ein 
eigenes Gefäß mitführen, so wählt man einen Zinktrog in solcher 
Größe, daß womöglich alle Schalen und Vorräte in seinem Innern 
verpackt werden können. An Stelle Hüssiger Entwickler und 
Fixierbäder tritt die Form der trockenen Patronen oder Beutel- 
packungen, bei denen es nicht einmal einer Waage, sondern ledig- 
lich eines Meßglases für die vorgeschriebene Wassermenge be- 
darf. Zum Abmessen von kleinen Flüssigkeitsmengen dient eine 
Pipette mit Gradeinteilung; sie läßt sich besser reinigen und durch- 
spülen als ein enges Standmäßchen für 5--Io ccm. 
Beim Ansetzen der Bäder achte man darauf, daß möglichst 
reines und abgekochtes Wasser verwendet wird, denn der starke 
Luftgehalt der sprudelnden Gebirgsbäche ist dem Entwickler 
ebensowenig nützlich, wie die vielerlei chemischen und erdigen 
Bestandteile, die sich in Schmelzwässem oder kalkhaltigen Quellen 
finden. Da die Abdichtung und Beleuchtung mancher Hotel- 
dunkelkammern sehr zu wünschen übrig läßt, so mag man etwas 
Pinakryptolgrün mitnehmen, um die Platten imFinstern zu desensi- 
bilisieren und sodann bei halbhellem Licht entwickeln zu können. 
An Stelle der umständlichen Einzelbehandlung in Hachen 
Schalen sei für Reisezwecke an die abgekürzte Standentwicklung 
in der Fokodose oder in ähnlichen luftsicheren Metalltrögen sowie 
im Agfaplattenpack erinnert. Auch hier kann das Einlegen in 
völliger Finsternis und das Fixieren bei gelbverhüllter Glühlampe 
geschehen. 
Zum Schlusse der photographischen Reisetätigkeit wäre 
schließlich noch die Rückbeförderung unentwickelter Platten und 
Films zu erwähnen, weil für die Mehrzahl der deutschen Alpinisten 
dabei ein Überschreiten der Grenze mit der üblichen Zollbehand- 
lung in Frage kommt. Die Versendung der zerbrechlichen und 
schweren Vorräte mit der Post wird selten gewählt werden, zumal 
es in den Gasthäusern der Berge gewöhnlich schon an geeignetem 
Packmaterial fehlt. Am sichersten ist mir bisher noch stets die 
Mitnahme im Rucksack oder Handkoffer erschienen und jeden- 
falls wird man stets gut daran tun, bei der Zollbehandlung selbst 
zugegen zu sein, um Aufklärung über den Inhalt der Negativ- 
packungen zu geben und nötigenfalls gegen ein allzu rücksichts- 
loses Verfahren der Beamten auftreten zu können. 
Hat man schließlich noch diese letzte Klippe der Bergfahrt 
hinter sich, dann kann man getrost schon Pläne für die weitere 
Behandlung der photographischen Schätze machen. Hiervon soll 
im übernächsten Abschnitte die Rede sein.
        

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