Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hochgebirgs- und Winterphotographie
Person:
Kuhfahl, Gustav Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2928653
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2929113
Hochregion und des Winterwetters muß jeder Teil auch darauf 
angesehen werden, ob er dem scharfen Wechsel und den hohen 
Graden von Hitze und Kälte, oder von Trockenheit und Feuchtig- 
keit der Luft, gehörig standzuhalten vermag. So sind Gegen- 
stände aus Eisen und aus Gummi für Hochgebirgs- und Winter- 
fahrten ganz unbrauchbar. 
Wie das verwendete Material den höchsten Ansprüchen an 
Haltbarkeit entsprechen muß, so verlangt man von der tech- 
nischen Bauart die größte Einfachheit, Klarheit und 
Ü b e r s i c h t 1 i c h k e i t. Der Besucher des Hochgebirgs 
steht ja jederzeit im Kampfe mit ernsthaften Schwierigkeiten des 
Wetters oder der Bodengestaltung und wird dadurch mit seiner 
ganzen Kraft und Aufmerksamkeit gefesselt. Nur das Einfache 
verspricht also hier Erfolg, denn zu verwickelten Gedanken- 
operationen oder zur Befolgung einer ganzen Kette kleinlicher 
Vorschriften und Beobachtungen besitzt gerade der gebildetere 
Mensch unter den seelischen und körperlichen Eindrücken einer 
anstrengenden Bergfahrt kaum die genügende Sammlung. In- 
folgedessen müssen Zwei- oder Dreiverschlußkameras, bei denen 
regelmäßig der eine Verschluß erst zu öffnen und der andere zu 
spannen ist, sicherlich zu Irrtümern führen; ebenso werden sich 
Mißgriffe ergeben, wenn die Kamera zwei verschiedene Einstell- 
Skalen für Films und Platten hat, wenn ein Schlitzverschluß sich 
beim Spannen öffnet oder wenn sich das ganze Filmmagazin ab- 
heben läßt, ehe der Verschlußschieber die offenliegende Film- 
Schicht vor Lichteinfall schützt. Die amerikanischen Apparate 
waren in richtiger Anpassung an diese menschlichen Schwächen 
von vornherein so durchdacht und so gebaut, daß selbst der Un- 
erfahrenste und Unachtsamste beim besten Willen kaum einen 
Fehler bei ihrer Zusammensetzung oder Handhabung begehen 
konnte; diesem kinderleichten Gebrauche verdanken sie  und 
die gesamte Photographie überhaupt  ihren Erfolg bei der 
breiten Masse des Publikums. Die vervollkomrnneten deutschen 
Modelle weisen in richtiger Erkenntnis solcher Erfahrungen 
gleichfalls umfassendere Einrichtungen auf, um auf konstruk- 
tivem Wege den Mißgriffen in der Behandlung möglichst vor- 
zubeugen. 
Während man also nach dem heutigen Stande der Technik 
verlangt, daß die zusammengeklappte Hochgebirgskamera mit 
einem einzigen Griffe zu öffnen und mit dem zweiten selbsttätig 
in die Aufnahmestellung für Unendlich einzuschnappen ist, muß 
andererseits Vorsorge getroffen sein daß alle Veränderungen des 
Triebes, der Objektivverschiebung, des Blendenhebels u. dgl. 
womöglich in die Ruhelage zurückgebracht sind, ehe sich die
        

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