Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der gezeichnete Film
Person:
Lutz, Edwin George Wolter, Konrad
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2920272
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2921412
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Anschiniegens der Platte an die Ausrundung des Kreuzarmes von 
neuem starr und unbeweglich verriegelt wird. Das Kreuz hat sich 
während dieses Vorganges um genau go" gedreht; denn 900 umiaßt 
die Ausrundung eines jeden Kreuzarmes vom Umfang der Stift- 
scheibe. Dreht sich diese also einmal um ihre Achse, so dreht sie 
während dieser Bewegung das Kreuz einmal um go 0, und zwar führt 
das Kreuz diese seine Vierteldrehung innerhalb der Zeit aus, wo 
auch die Stiftscheibe eine Vierteldrehung macht. Braucht also 
beispielsweise die Stiitscheibe für eine volle Umdrehung eine Sekunde, 
so dreht sie innerhalb dieser Zeit einmal das Kreuz in einer Viertel- 
sekunde um 900. Die Hauptwelle der Maschine und beispielsweise 
die rotierende Blende vor dem Objektiv drehen sich also einmal 
um sich selbst, und in einem Viertel dieser Zeit dreht sich jedesmal 
das Malteserkreuz um 900. Nun verbindet man das Malteserkreuz 
starr mit der Achse einer Zahntrommel von I6 Zahnpaaren Umfang, 
die unter dem Auslauf des Filmkanals liegt, und über die der Film 
hinweggeleitet wird. Während sich die rotierende Blende einmal 
ganz um sich selbst dreht und ihre drei Flügelvor dem Objektiv 
vorbeiwandern läßt, steht der Film teils still im Fenster (35 der 
Blendenumdrehungszeit), teils bewegt er sich um 4 Perforations- 
löcher : r Bild weiter (14 der Blendenumdrehungszeit). Man er- 
hält somit durch das Maltesergetriebe in der Tat diejenigen Ver- 
hältnisse zwischen Transport und Ruhezeit, die erforderlich sind 
(I : 3), oder, was dasselbe ist: 1A Transport, 3M Ruhe. Während 
dieser relativ langen Ruhezeit wird der Film auf die Leinwand 
projiziert, und es gleiten während dieser noch die beiden Flimmer- 
ilügel durch das Bildteld, ohne das das Bild dadurch ungebührlich 
verdunkelt werden würde. Soviel über das Malteserkreuz- oder 
besser: S p e r r g e t r i e b e , das den Film gleichzeitig sowohl 
in seiner Vorwärtsbewegung sperrt als auch im Anschluß hieran 
antreibt. Und zwar letzteres in einem sehr glücklichen Verhältnis- 
Daher hat sich das Sperrgetriebe bis auf geringe Ausnahmen das. 
gesamte Feld der Theaterprojektion der ganzen Welt erobert. 
Das Lampenhaus des Projektors ist ein aus Eisenblech 
gefertigtes, mit Asbestpappe ausgekleidetes mehrwandiges Gehäuse, 
das oben einen Abzug für Wärme und Verbrennungsgase, seitlich 
und hinten Öffnungen besitzt, die teils durch eine Blechtür, teils 
durch einen Vorhang aus schwarzem feuerfesten Tuch oder Asbest- 
gewebe verschlossen sind. Die Stirnseite des Lampenhauses wird 
durch eine runde Öffnung unterbrochen, die den Lichtstrahlen
        

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