Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der gezeichnete Film
Person:
Lutz, Edwin George Wolter, Konrad
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2920272
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2922433
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Objekte, die sich in der Ferne bewegen, scheinen, wie wir wissen, 
langsamer vom Fleck zu kommen als solche, die sich in imserer 
Nähe befinden. Wir merken das, wenn wir z. B. hoch am Himmel ein 
weit entferntes Flugzeug beobachten; wir wissen genau, daß Co Kreht" 
schnell vorwärts fliegt, und doch kommt es uns so vor, als bewege 
es sich recht langsam. Und ein hell erleuchteter Eisenbahnzug, der 
des Nachts durch das Tal zu unseren Füßen fährt, scheint uns, die 
wir auf dem Gipfel eines Hügels stehen, wie eine funkelnde Schlange 
langsam dahin zu kriechen.  
Wenn man es erreichen will, daß ein Panorama den Eindruck 
erweckt, als 0b die nahen Gegenstände schneller vorübergleiten 
als die entfernteren, so muß man zwei verschiedene Streifen mit 
Landschaftszeichnungen verwenden. Ein Streifen zeigt den Vorder- 
grund und muß viel schneller bewegt werden, etwa um 3 cm jedesmal. 
Ein zweiter Streifen entspricht der Ferne und wird jedesmal etwa 
um einen und einen halben Zentimeter oder um noch weniger fort- 
bewegt. Wenn der Vordergrundstreifen in ziemlich großen Ab- 
standen vorbeigezogen wird, dann gleicht die hierdurch auf der 
Leinwand erzielte Wirkung fast ein wenig derjenigen, die wir von 
den Fenstern des Eisenbahnabteils her kennen, wenn Telegraphen- 
stangen und andere nahe Dinge vorbeizufliegen scheinen. 
Der Panoramastreifen des Vordergrundes ist mit Zeichnungen 
von lauter einfachen Dingen bedeckt, so daß man ihn ohne weiteres 
ausschneiden und über den anderen legen kann. Was die Art der 
landschaftlichen Einzelheiten auf einem Panoramastreifen betrifft, 
so muß man sie möglichst schlicht halten, wenn man auch sucht, die 
Länge des ganzen Streifens mit interessanten Dingen zu füllen. 
Wir möchten in dieser Angelegenheit den Rat erteilen, hier eine 
gewisse Ordnung hinsichtlich des Interesses, das die Hintergrund- 
dinge auf den Beschauer ausüben, innezuhalten. Es soll hier jeweils 
gleichzeitig immer nur ein einziger Gegenstand zu sehen sein, der 
das Interesse auf sich lenkt, der den Blick festhält und auf diese 
Weise den Eindruck der Bewegung unterstützt. 
Auch Gegenstände wie Automobile und andersartige Wagen 
verbindet man mit solchen Panoramen. Das bringt uns auf eine 
andere Frage: zur Behandlung der Aufgabe, Räder in Bewegung 
zu setzen, ihnen eine Drehung zu geben, die der Filmhandlung 
entspricht. 
Ein richtig befestigtes, genau konzentrisch laufendes Rad, 
das sich schnell dreht, verrät unseren Augen von seiner Rotation
        

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