Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der gezeichnete Film
Person:
Lutz, Edwin George Wolter, Konrad
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2920272
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2921693
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scharfäugige Leute, diese Drahtknötchen auf der Leinwand zu ent- 
decken, obwohl der Künstler bestrebt ist, sie zu verbergen, indem 
er alle Drahtenden an Stellen verlegt, wo ein hakiger Tintenstrich 
eine Falte der Kleidung oder ähnliches markiert. Wo solche Glieder- 
puppen unter dem Glasrahmen Verwendung finden, da kann man 
derartige Drahtverbindungen nicht anwenden, weil sie zu stark 
auftragen. In diesem Falle muß der Künstler irgend eine andere 
Methode erfinden, irgendwelche anderen Nieten aus Pappe oder 
Zwischenlegscheiben aus Karton, die die einzelnen Teile der Figuren 
miteinander verbinden. Sehr brauchbar Wäre vielleicht als Helfer 
in der Not ein dünnes elastisches Gewebe: mit ihm könnte man 
diese kleinen Pappfiguren bekleiden und so die Verbindungsmecha- 
nik der Kartonglieder verhüllen und unsichtbar machen. 
An dieser Stelle wollen wir auch auf die sogenannten „T r i c k  
titel" eingehen, ,die in Lichtspieltheatern bei bestimmten Ge- 
legenheiten, zuweilen auch bei gewöhnlichen Filmen, gezeigt werden. 
Sie wirken oft außerordentlich reizvoll und bilden daher eine sehr 
angenehme Unterbrechung bei langen Vorführungen von gleich- 
artig getonten oder gefärbten, photographisch gewonnenen Filmen. 
Bei solchen Titeln erscheinen alle Buchstaben nacheinander. Meistens 
kommen sie weiß auf schwarzem Grund. Die Herstellung derartiger 
Tricktitel, bei denen die Buchstaben erst vergnügt umherschwirren 
und über den Hintergrund umhertanzen, bis sie endlich ihre ortho- 
graphische Reihenfolge einzunehmen geruhen, ist eine recht ein- 
fache Sache. Die einzelnen Buchstaben sind aus Pappe ausgeschnitten 
und werden zur Aufnahme einer nach dem andern in der Reihen- 
folge der Orthographie des Wortes hingelegt. Wenn sie zuvor in 
drolliger Weise umhertanzen sollen, so bewegt man sie in entsprechen- 
der Art unter der Kamera auf dem Hintergrunde, indem man sie 
ganz nach Laune hin- und herschiebt und bei jeder Stellungsände- 
rung einmal aufnimmt. 
Wenn der Hintergrund derartiger Titel tiefschwarz kommen 
soll, so nimmt man hierfür am besten ein Stück schwarzen Samt. 
Dieses Material ist ein in der Filmphotographie gesuchter Artikel, 
da es mit Sicherheit ein sattes Schwarz ergibt; und wenn sich in 
ihm etwa Falten gebildet haben sollten, so verraten sie sich in der 
Kopie fast niemals durch Lichter oder Schatten. 
Zuweilen soll bei der Trickarbeit ein Teil der Zeichnung ver- 
deckt bleiben, während ein anderer abgebildet werden soll. Das 
ist eine einfach zu lösende Aufgabe, falls der Hintergrund dunkel 
ist, da man in diesem Falle ein Stück Papier oder Pappe der gleichen 
Farbe darüber legen kann, während die Aufnahme erfolgt. Es soll 
zum Beispiel eine Reihe Schrift, die auf dunklem Grund bereits
        

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