Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstlerische Landschaftsphotographie
Person:
Miethe, Adolf Mente, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2907900
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2909527
Kapitel. 
iarbenempfindliche Platte 
teten Lichter stark gelbgefärbt sind, die Schatten dagegen aus reinen blauen Tönen 
bestehen; ebenso sind Farbenplatten absolut notwendig zur Wiedergabe morgend- 
licher und abendlicher Luftstimmungen, zu Zeiten also, in denen die Lichter der 
Wolken kräftig ins Gelbe, die Schatten ebenso kräftig ins Blaue nuancieren. 
Schließlich wird man ohne Farbenplatten und Gelbfilter weder in den höchsten 
Regionen des Gebirges, noch in den Tropen auskommen können. 
Da jedes Gelbfilter die Belichtungszeit heraufsetzt, so wird man es nur 
verwenden können, wenn die nötige Lichtmenge zur Verfügung steht. Die An- 
gabe aber, daß dieses oder jenes Gelbfilter die Belichtungszeit beispielsweise ver- 
dreifache oder versechsfache, ist selbstverständlich nur bedingt als richtig anzu- 
sehen, denn das Verhältnis, nach dem sich unter Verwendung eines gewissen 
Gelbfilters die Belichtungszeit verlängert, hängt in hohem Maße von dem Farben- 
empfindlichkeitsgrade der benutzten Platte und von dem Reichtum des jeweilig 
herrschenden Lichtes an hellen Farben, speziell an Gelb, ab. Daher kann bei- 
spielsweise wohl der Fall eintreten, daß ein Gelbfilter kurz vor Sonnenuntergang 
mit einer hoch farbenempfindlichen Platte die Belichtungszeit kaum verlängert, 
während sie in der Mittagsstunde verdreifacht werden muß. 
Man kann schließlich die blauabsorbierende Wirkung eines Filters direkt 
in die Platte selbst verlegen. Mischt man einen geeigneten gelben Farbstoff der 
Emulsion zu, so wirkt die Gelatineschicht der Platte selbst als Farbfilter. Die 
Verwendung solcher Platten ist besonders bequem, bietet aber begreiflicherweise 
nicht die Möglichkeit der Abstimmung der Gelbwirkung nach Lage des Falles. 
Auch ist leicht einzusehen, daß die Filterwirkung solcher angefärbter Aufnahme- 
schichten in der Gegend der Oberfläche eine andere und zwar erheblich geringere 
ist als in der Tiefe. Das Richtigste wäre also eine erhebliche Überbelichtung ver- 
bunden mit Durchentwicklung der Schicht. Da hierbei zu dichte Negative ent- 
stehen, so muß man später abschwächen, wodurch naturgemäß die Gradation des 
Bildes eine gewisse Veränderung erfährt.  
In den Abbildungen 83, 84 und 85 zeigen wir einige Musterbeispiele einer 
farbtonrichtigen Übersetzung der Naturkolorite in Schwarz-Weiß. Diese Beispiele 
ließen sich natürlich beliebig vermehren, ja  man kann sagen, daß fast alle in 
guten photographischen Zeitschriften heutzutage gebrachten Abbildungen zu- 
mindest eine einwandfreie orthochromatische Wirkung zeigen.
        

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