Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstlerische Landschaftsphotographie
Person:
Miethe, Adolf Mente, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2907900
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2909516
farbenempfindliche 
Platte 
malerischer Beziehung wird aber nur dann tatsächlich eintreten, wenn wir durch 
zu dunkle Gelbscheiben Blau und Violett von der Wirkung v 0 llk o mm e n 
ausschließen. Auch hier wird stets das richtige Maß zu halten sein, um der 
photographischen Platte bezw. der auf ihr gemachten Aufnahme gerade die- 
jenigen Eigenschaften zu geben, die wir aus ästhetischen Gründen wünschen. 
Das strenge Gelbfilter wird seinen Platz überall da haben, wo eine möglichst voll- 
kommene Darstellung der Einzelheiten der Ferne erwünscht ist, ein mäßiges Gelb- 
bfilter überall da, WO wir die Ferne photographisch so weit entschleiern wollen, 
wie es das weniger blauviolettempfindliche Auge tatsächlich tut. 
Im Interesse der künstlerischen Wirkung einer Aufnahme mit einer Farben- 
platte ist also die Auswahl der Gelbscheibe sinngemäß vorzunehmen. Nur in 
seltenen Fällen wird es erwünscht sein, so kräftige Gelbscheiben anzuwenden, 
daß Blau und Violett überhaupt nicht zur Wirkung kommen; in allen anderen 
Fällen ist für die verwendete Platte eine leichtere Gelbscheibe zu bevorzugen, 
die neben überwiegenden leuchtenden Farben immer noch kleine Mengen des 
Blau hindurchgehen läßt, um auch die blauen Töne zu einer wenn auch erheb- 
lich abgeschwächten Wirkung kommen zu lassen. Im Handel sind gute Gelb- 
scheiben erhältlich, die entweder aus in der Masse gefärbtem gelben Silberglas 
bestehen, oder aber aus einer zwischen zwei Glasplatten gelagerten Farbstoff- 
Gelatineschicht. In beiden Fällen werden die leuchtenden Farben so gut wie 
gar nicht geschwächt, aber je nach Intensität der Färbung Blau und Violett sehr 
stark bzw. vollkommen zurückgehalten. 
Infolge der Planparallelität dieser Filter beeinträchtigen sie, auch unmittel- 
bar vor oder hinter der Linse angebracht, die Schärfe durchaus nicht. 
Die Frage, ob man bei künstlerischen Aufnahmen mit den verhältnis- 
mäßig sehr empfindlichen und besonders stark gelb empfindlichen gewöhnlichen 
Farbenplatten des Handels sein Auslangen finden kann, oder ob man im Interesse 
einer besseren Rotwirkung panchromatische Platten mit nach Orange zu gestimm- 
ten Filtern zweckmäßiger verwendet, ist nicht ohne Weiteres zu beantworten. 
Für die meisten Arbeiten werden gewöhnliche farbenempfindliche (orthochro- 
matische) Platten vollkommen ausreichen. Handelt es sich dagegen in ein- 
zelnen Fällen um eine gute Wiedergabe leuchtend roter Farben neben Gelb und 
Grün, so kann die panchromatische Platte allein diese Aufgabe lösen. In letzterem 
Falle ist die Verwendung, der schon erwähnten Desensibilisatoren unerläßlich, 
während man orthochromatische Platten auch wohl noch bei gedämpften (in- 
direktem) Dunkelkammerlicht schleierfrei hervorrufen kann. 
Die Selbstherstellung von Farbenfiltern kann im allgemeinen dem Kunst- 
photographen nicht empfohlen werden, es sei denn, daß er ganz bestimmte Wir- 
kungen in vorausberechneter Weise erzielen will. Die käuflichen Filter genügen 
im allgemeinen allen Anforderungen. 
Schließlich mag darauf hingewiesen werden, daß, während für alle Ar- 
beiten auf dem Gebiet der Kunstphotographie im Freien Farbenplatten ganz 
außerordentliche Vorteile darbieten, ihre Verwendung für gewisse Arbeiten voll- 
kommen u n e n t b e h r l i c h ist. Solche Fälle sind unter anderem folgende: 
Schneeaufnahmen im Winter, besonders gegen Abend, wenn die sonnenbeleuch- 
Miethe, Landschaftsphotographie.  Auflage 9
        

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