Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2893747
670 
VII. 
Die 
Forstn ebennutzungen. 
übrigen 
Anbau in Kolonien mit tropischem Klima von Bedeutung ist  Hevea brasiliensis, 
Amazonenstrom und Orinoco, Manihot Glaziovii aus Ceara; Micranda major, Ama- 
zonenstrom; Castilloa elastica, Mittelamerika; Fieus elastica, indo-malayische Flora; 
Hancornia speziosa aus Peru; Oarpodinus lauceolatus aus dem Kongostaat; Urceola 
elastica aus Bornco; Kicksia elastica aus YVest- und Mittelafrika; Landoiphia-Artcn 
aus Mozambique; Calotropis gigantca aus Assam u. a. Guttapercha stammt von 
Isonandra- und Diehopsis-Arten. Gummigutt von Garcinia Morclla; Kirsch- 
gummi, meist geringwcrtig, wird auf Grund krankhafter Vorgänge in Prunus-Artcn 
ausgeschieden; Gummi geben auch die australischen Eucalyptus-Arten. 
5. Leim artige Stoffe enthalten die Früchte von Viscum album (Vogelleim): 
eine noch zähere Masse ist der Vogellcim aus der Rinde von Trochodendron (Japan); 
Stoffe zum Leimen des Papieres (Bastpapieres) liefern Hydrangea, Hibiscus, Acer 
crataegifolium (Japan). Unter den Lacken ist der chinesische und japanische Lack, 
als Milchsaft aus Einschnitten in der Rinde von Rhus vernicifera gewonnen, der be- 
rühmteste; Dammar- und Kopallack stammen von Bäumen der Familie der Podocarpcen, 
wie Dammara orientalis auf den Molukken, D. australis auf Neuseeland, Agathis auf 
Bornco  a.   
6. Ole, Fette und Wachs. Ole entstammen größtenteils den Sümercien. aus 
denen sie durch Pressen gewonnen werden; Bucheln, Wal-, Ilasel- und viele andere 
Nüssc, sowie die Samen von Fichten, Linden u. a. geben Ole (vgl. oben S. 589); 
Pfianzenwachs in größerer Menge überzieht die Rinde von Myrica cerifera und ist 
in den Früchten von Rhus succedanea, aus dem Brennöl und Kerzen hergestellt 
werden (Japan), enthalten. Aus Copra, den Früchten verschiedener Palmen. wird 
Ol gewonnen. 
7. Salizin ist ein Bitterstoii; der aus der Rinde von Weiden und Pappeln dar- 
gestellt wird und in der Heilkunde als Fiebermittel an Stelle des Chinins dient. 
8. Chinin ist ein bitteres Alkaloid von stark basischer Eigenschaft, so daß es 
als phosphorsaures oder schwefelsaures Chinin in den Handel kommt. Es findet sich 
in der Rinde des Cinchonabaurncs, der in den wärmeren Subtropen in einem Nieder- 
wald, ähnlich dem Eichensehälwald, bewirtschaftet wird;_ außerdem besteht in sehr 
luftfeuchten Lagen und zur Zeit des Regenmonsuns die Übung, die Rinde bis hart 
an das Cambium von den Bäumchen herunterzuschneiden, worauf neue lnnenrinde 
sich ansetzt. Es ist gelungen, den Chiningehait bis auf 20010 zu steigern, indem" 
man Reiser von besonders chininreichen Bäumen auf Cinchonawildlinge aiifpfropftc 
(Java); nur im tropischen Klima und der wärmeren Hälfte der Subtropen gedeiht der 
Chininbaum; wo Wärrnegrade unter 00 auftreten, ist sein Anbau ausgeschlossen. 
9. Kampfer ist eine Kohlenwasserstotfverbindung von zäher, kristallinischer 
Beschaffenheit und einem eigenartigen Geruch und Geschmack; er verflüchtigt bei 
gewöhnlichen Wärmegraden.   
Kampfer entsteht in sackförmigen Erweiterungen von Parenchymzellen des 
Splintholzes und anderen Teilen des Kampferbaumes; Cinnamomum Camphora; im 
Kernholz häuft sich Kämpfer auch in den übrigen Holzzellen. so daß Kern- und 
WVurzelholz sehr alter Bäume am reichsten an Kämpfer sind. Durch Zerkleinerung 
des Holzes und trockene Destillation erhält man den reinen, weißen Kämpfer. Japan 
hat die wichtigsten Kampferbestände und durch Eroberung der Insel Formosa fast 
den Alleinhandel mit Kämpfer erworben. Seine jährliche Ausfuhr beträgt 2,5 Millionen 
Kilogramm. Dryobalanops Camphora auf Borneo liefert ebenfalls Kämpfer; der künst- 
liche (synthetische) Kämpfer ist dem natürlichen gleich. 
Die 
übrigen 
N ebennutzungen 
VOII 
anderen 
Gewächsen. 
 I. (irassamen. 
Auf Kahlschlagßächen, an Waldwegen und in lichten Waldorten findet 
sich bekanntlich fast allerwärts ein mehr oder weniger reichlicher Gras- 
wuchs, und zwar sind darunter fast alle die Grasarten vertreten, die den 
rubber and its Manufactures London 1907 
Indian 
Teilweise nach H. L. Terry,
        

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