Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2892576
Harznut-zungsverfahren. 
553 
reich an Rinnharz im achten 
Stögerl) diese Angaben: 
bis 
zehnten 
Jahr 
auf 
die 
Monate 
macht 
Mai  
Juni  
   '22 "lo 
   29 010 
September  
Juli     
August   
   9010. 
25 070 
15 ofo 
In Rußland (Gouvernements Archangelsk und WVologda) wird das denkbar 
rohste Lachtenverfahren ausgeübt, Wobei nicht einmal Grandel angewendet Werden. 
Der Stamm wird einfach im Verlauf von fünf Jahren allmählich hoch hinauf geschält 
und das Harz als Scharrharz abgekratzt. Erst bleibt ein 4-5 cm breiter Streifen 
Rinde zur Ernährung des Baumes stehen, zuletzt wird auch dieser abgeschält und 
ein Jahr darauf der Baum gefällt. 
Verfahren. 
Das französische 
Dieses Verfahren wird an der Seestrandkiefer (Pinus maritima) in 
den Departements Gironde, Landes und Lot et Garonne, an der gemeinen 
Kiefer (in der Sologne) und an der Aleppokiefer an- 
gewendet. Schon mit 15-20 Jahren kann die Nutzung  
in den zuvor durchforsteten Beständen beginnen. Die   I; T, 
etwa 300 besten Stämme je Hektar werden ausgewählt, QÄ.   
um bis zum Ende der Umtriebszcit am Leben zu bleiben ij  
und Nutzholz zu liefern; für sie ist ein Harzungsver- Ä: 
fahren mit der Erhaltung des Lebens (gemmage ä  
vie) in Gebrauch. An den Bäumen des Nebenbestandes Q 
dagegen wird die Harzung so betrieben, daß die Bäume "i 
nach vier bis sechs Jahren absterben (Totharzung, i 3, 
gemmage a mort). Was ersteres Verfahren anlangt, so Abb.35(i_ Harzhacke 
wird meist nur eine Lachte am Stamm angebracht und (Pabßhotl- 
vier bis fünf Jahre zur Nutzung offen gehalten. Mit Be- 
ginn des März wird zunächst die grobe Borke entfernt und dann eine 
4 cm hohe, 9 cm breite und 1 cm tiefe Lachte (quarre, carre) mit einem 
eigenartigen Beil (Pabchot [achotte, hachot], Abb. 356) am Fuße (des 
Stammes angelegt; alle fünf Tage wird nach oben hin etwas Rinde hin- 
weggenommen (piquage), so dalä sich am Schluß des Jahres eine 65 cm 
hohe Lachte ergibt- 
Am Fuß der Lachte wird eine Blechrinne zur Sammlung des Harzes 
und zu seiner Leitung in ein am. Boden stehendes, blumentopfartiges Ge- 
fäß angebracht. Mit der Fortsetzung der Lachte nach oben rückt auch 
der Sammeltopf an einem Nagel und der eingekeilten Ausflulärinne auf- 
wärts. Dadurch wird der Weg des Balsams von der Austrittstelle bis 
zur Sammelstelle abgekürzt und seine Menge und Güte besser bewahrt 
als bei dem Grandelverfahren. 
Die Anlage der ersten Lachte erfolgt an der Ostseite des Stammes; 
nach fünf Jahren wird die zweite usw. eröffnet, so daß sechs bis acht 
Lachten im ganzen an einem Stamm, der inzwischen haubar geworden 
ist, gefunden werden. Nun beginnt die Totharzung. Die Reihenfolge 
Mittlgn. 
forstl. 
Vers. 
Österreichs. 
-Wesen 
Wien 
1881.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.