Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2892463
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Harz 
Was die Weite der Gange anlangt, so folgen die Holzarten in dieser 
Reihe: Schwarzkiefer, Weimutskiefer, gemeine Kiefer, Zirbelkiefer und 
Fichte. Die Gange der Kiefer messen bei vollständiger Füllung in lichter 
Weite 0,08 mm. 
Bei den Föhren bleiben auch nach dem Bildungsjahr die Gangzellen 
(auch Auskleidungszellen, Sekret- oder Epithelzellen genannt) dünnwandig; 
bei den Fichten, Lärchen und Duglasien werden von den dünnwandigen 
mit jedem Jahr mehr und mehr Zellen in dickwandige, gewöhnliche 
Parenchymzellen umgewandelt. Kurz vor dem Übergang in den Kern- 
holzbereich wachsen nun alle dünngebliebenen, plasmahaltigen Zellen zu 
 einem die Kanäle verstopfenden Füllgewebe 
C Xxg Willi!!! WC! (Thyllen) aus (Abb. 352). 
 l,  Dieser Verschluß der Harzgänge 
(elf. lilßri beim Übergang von Splint in Kern ist von 
32:! entscheidenderWichtigkeit für die 
 yä-cgggggißülxg; Feststellung der durch die Harznutzung den 
 55W im Stamm entzogenen Harzmenge und für die 
 a  „ 1 Beurteilung der Einwirkung der 
  f, Nutzung auf die Güte des Holzes. 
 Hi j ab! Mächtig angeregt wird die Balsam- 
jßli  W001i absonderung durch Wundreiz. Wo immer 
 "(bei im Bereich der tätigen Harzgänge eine 
  "T1; Wunde am Baum entsteht, strömt zunächst 
Ä. 5 der vorhandene Balsam aus. Die Kraft, die 
um w, Querschniitgtduroh emensenlh ihn hervortreibt, ist nach'Münch der os. 
rochltleriiGang, der aumhquswachsen motische Druck der Auskleidungszellen, der 
"in" Zone (a) verschlossen ist; " am" auf 70 und mehr Atmosphären steigen kann, 
wamlige Parenchymzellen; rc Mark-    
strahlzellen mitStärkeundI-Iarztropfen .wenn die zunehmende Harzfullung des 
(Fichtey Ganges diesen Zellen Wasser auspreßt. 
Zugleich aber treten die Gangzellen in leb- 
hafte Tätigkeit und vermehren die Absonderung in den nächsten 24 Stunden 
um das Vielfache. So erklärt es sich, daß viel mehr Balsam an Wunden 
gewonnen werden kann, als gleichzeitig in den engen Gängen Platz hätte- 
Die rege Absonderung läät alsbald wieder nach und kann erst nach mehr- 
tägiger Ruhepause durch erneuten Wundreiz Wieder erweckt werden. 
Mehrere Jahre lang kann die Reizung mit steigendem Erfolg fortgesetzt. 
werden, dann aber lälät die Ergiebigkeit der Harzgänge trotz etwa er- 
neuter Verwundung wenigstens bei der Kiefer nach. 
Aber nicht nur die Tätigkeit der vorhandenen, auch die Bildung 
neuer Harzgänge wird durch Verwundung auf große Entfernung von der 
Wunde aber natürlich nur in dem im Entstehen begriffenen Holz angeregt. 
In dem Wundparenchym treten sie in ungewöhnlicher Häufung auf. 
An offenen Wunden ergießt sich aus dem Uberwallungswulst Balsam 
in den engen Raum, der trotz festen Aufliegens der Überwallung auf der 
WVundfläche zwischen beiden verbleibt, und bewahrt dort seinen flüssigen 
Zustand. Nur der Überüuß, der am Überwallungsrand an die Luft kommt, 
erstarrt und bildet hier oft dicke Krusten. 
Mit der Annahme von inneren Verletzungen, nämlich der Ablösung
        

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