Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2891585
454 
Die Holzgewerbekunde. 
ergibt ; bei Massenbedarf und Mangel an Nufäbaumholz wird auch B u c h e n- 
h 0 lz verwendet. 
Die verschiedenen hölzernen Blasinstrumente , wie Klarinette , Flöte, 
Fagott, Querpfeife usw. , werden aus B uchsb au m , Birkenm ase r, 
Mehlbe erbaum, Maßhold e r, Grenadillholz (Dalbergia melano- 
xylon aus dem tropischen Afrika) hergestellt ; die hölzernen Pfeifenköpfe 
aus Maserstücken von Erlen, Maßholder, Birken , Ahorn und 
Erica arborea (Bruyere). 
Kinderspielwaren. 
Die Tausende und Abertausende dieser kleinen Dinge werden wohl 
teils durch Zusammenfügen von Brettchen, teils auf der Drehbank, in 
großer Menge aber auch durch Schnitzen hergestellt. Die Hauptholzart 
hierzu ist das Fichtenholz: es begreift 60-70 Olo alles verarbeiteten 
Holzes: dazu kommt das Holz der Linde, Eiche, Aspe, Birke, Erle. 
Von der Bedeutung dieses Großgevverbes mag die Bemerkung zeugen, daß 
Olbernhau im Erzgebirge allein jährlich 20-25 000 Zentner Spielwaren 
im Gesamtwert von 700000 Mark versendet. Arbeitsteilung und fabrik- 
mäEaiger Betrieb sind hier besonders ausgeprägt; es gibt ganze Fabriken, 
die nur einen Gegenstand, zum Beispiel Kinderflinten, machen. 
Die kleinen Tiere, die später mit Leimfarben gemalt werden, spaltet man im 
Erzgebirge und an anderen Orten einzeln aus Ringen, die aus Hirnscheiben derart 
gedreht werden, daß der Ringquerschuitt die Tierform im groben zeigt. Man ver- 
wendet hierzu allein das Fichtenholz. 
Früher versah Deutschland (Erzgebirge, Thüringerwald. Schwarzwald, Berchtes- 
gaden, Nürnberg usw.) fast allein die ganze Welt mit hölzernen Spielwaren; aber 
schon seit Jahrzehnten hat sich das geändert. Der Holzverbrauch ist auch infolge 
des Ersatzes durch andere Rohstoffe, wie Blech, Zement, Papierbrei, Patentmasse, 
Terralith, Glas, Porzellan, Biskuit usw., eingeschränkt worden. 
Bildschnitzerei 
oder Bildhauerei 
Holz. 
In der höheren Ausbildung wird das Holzschnitzgewerbe zu einer 
Kunst, die im 14. und 15. Jahrhundert die höchste Stufe der Vollendung 
erstiegen hatte und in neuester Zeit nach langem Schlummer wieder er- 
wacht ist. Die mäßig harten, fein und gleichmäßig gebauten 
Hölzer, an denen weder die Ringwände (Spätholzzonen) noch die Spiegel 
(Markstrahlen) sehr stark hervortreten, eignen sich am meisten zur Bild- 
schnitzerei. Neben der leichten Bearbeitungsfähigkeit, also gleichmäßigen 
Härte, kommt es vor allem darauf an, daß das Holz nicht nachträglich 
reißt. Darum werden größere Schnitzereien ausgehöhlt oder aus mehreren 
Stücken zusammengesetzt. Das beste ist das Lindenholz; ihm nahe 
steht das Holz des Spitzahorn, der Roßkastanie, "das Nuß- und 
Obstbaumholz; manche Holzschnitzereien werden auch aus Eichen- 
holz, Buchsbaumholz und Uhnenholz, wenn es nsandig" ist, d. h. mit 
Ausscheidungen von oxalsaurem Kalk durchsetzt ist, dann die geringere 
Ware aus L e g f ö h r e n  und Z ü r b e l h o l z hergestellt. Außer den 
Werken der reinen Kunst, bei denen die menschliche Gestalt oder Tiere 
den Vorwurf bilden, sind es besonders die Möbelverzierungen, oder es
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.