Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2891151
Die 
Holzes. 
Verwendung des 
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4. X-Bretter (Feuerbord oder Brennbord) enthält die Bretter 
mit großen Fehlern: rotileckiges, anbrüchiges, in kleineren Stellen 
faules Holz , stärkere Waldkante , grobastig; stark gefaulte oder 
brüchige Stücke sind aber ausgeschlossen. 
K a n a1 b r e t t e r werden in drei Klassen: unsortiert, feuerholz- 
frei, Feuerholz und Brennbord mit ähnlichen Bedingungen sortiert. 
C. Unter S p altholz endlich versteht man diejenigen Nutzholzsorten, 
die durch Zerteilung der Stämme nach der Längsrichtung, also genau 
nach dem Lauf der Holzfasern, durch Aufspalten (Klöben, Klieben, 
Reißen usw.) hergestellt werden. Zum Spaltholz zählen die Daubhölzer, 
Weinbergpfähle, die Spaltlatten, Legschindeln, Dachspalten, die gespaltenen 
Zaunhölzer usw. 
Das Spaltholz unterscheidet sich in seiner gewerblichen Verwendbarkeit vom 
Schnittholz besonders dadurch, daß, weil die Teilung hier niemals über den Span 
geht, der natürliche Zusammenhang der Holzfasern nicht unterbrochen ist, das Sp a lt- 
stück also seine physikalischen Eigenschaften ungemindert beibehalt. 
Da somit die Spaltfläehen keine quer (lurehschnittenen Holzfasenl darbieten, die dem 
Eindringen der Feuchtigkeit Gelegenheit geben, so ist Spaltholz auch weniger dem 
Werfen und Reißen ausgesetzt als das Schnittholz. Endlich geht die Arbeit des 
Spaltens viel schneller, erfordert einfachere Werkzeuge als das Zersägen und gibt 
gar keine Abfallspäne. Bei der Herstellung der Spaltstücke gilt durehgehends der 
Grundsatz, die Spaltung womöglich stets in der Markstrahlrichtung, somit von der 
Mitte aus, zu bewerkstelligen. 
Verwendung 
des 
Holzes 
beim 
Hochbau. 
Der Hochbau begreift die Errichtung aller W0hn-, Arbeits-, Lager, 
Wirtschafts- und öffentlichen Gebäude sowie die Einfriedigung oder ander- 
weitige Instandsetzung der an dieses Gebäude anstoßenden Räume; das 
dabei zur Verwendung kommende Holz befindet sich über der Erde. 
Alle Baustücke, soweit sie durch den Zimmermann zur Verwendung ge- 
bracht werden, faßt man auch unter dem Namen Dimensionsholz 
(Großbauholz) zusammen, im Gegensatz zu dem beim Hochbau durch den 
Schreiner verarbeiteten Bauschreinerhoiz. 
Je nach Herkommen und den verschiedenen Ansprüchen an die Dauer, Festig- 
keit, Schönheit usw. und je nach dem örtlichen Wert des Holzes gibt es Bauarten 
mit verschwenderischer und andere mit möglichst sparsamer Holzverwendung. Man 
kann hiernach unterscheiden den Blockbau, Fachbau und Steinbau 1). 
Der Blockbau ist die Bauart, bei der sowohl die Umfassungs- wie die Scheide- 
wände durch übereinander befestigte, runde oder beschlagene Stämme hergestellt 
werden, also das ganze Gebäude durch alleinige Verwendung von Holzstämmen er- 
richtet wird. Die gegenseitige Verbindung dieser Holzwände findet durch Verzapfung 
der an den Enden übcrschnittenen Stämme oder Balken statt. Der Blockbau ist teil- 
Weise noch die Bauart der Alpenländer; hier ist er durch den ehemals allgemeinen 
Holzüberrluß und die Forderungen des Klimas entstanden, da Holz ein schlechterer 
Wärmeleiter ist als Stein; auch in Gegenden mit erhöhter Erdbebengefahr sind Holz- 
bauten besser als Steinbauten. 
Eine Stufe höher als der reine Holzbau steht der Faehbau. Die Wände be- 
stehen hier aus einem Balkengerippe, das entweder mit Holz verschalt oder mit 
Lehm, Backsteinen u. dgl. ausgefüllt wird. Die Fach- oder Riegelwand wird 
der forstlichen Baukunde. 
Handbuch 
Lizius, 
Berlin 
1896. 
Parey. 
Paul
        

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