Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2891106
406 
III. 
Holzgewerbekunae. 
Über Masten liegen ausführliche Angaben von Geh. Oberpostrat Chri- 
Stiani und von Dr. ing. Fr. Moll im Archiv für Post und Telegraphie vor, 
die sich auf Nachweisungen sämtlicher Telegraphenverwaltungen der Welt 
beziehen. Hiernach halten Stangen im Mittel: 
aus Pappel roh 2 Jahre, 
„ Kiefer „ 5 „ 
„ Esche „ 7 „ 
„ Lärche und Kastanie roh 10 Jahre. 
Getränkte Stangen, ohne Ausscheidung der Holzart, halten: 
Boucherieverfahren mit Kupfervitriol (Europa und Japan) 14 Jahre, 
Kyanisieren              l6,5-17,5  
               
               
Die Dauer der im Rüpingverfahren getränkten Kiefernmaste kann mit 
20 Jahren geschätzt werden, die neuen Salztränkungen dürften im Erfolg 
der Kyanisierung gleich kommen. 
Die 
Verwendung 
des 
Holzes. 
Es gibt nur wenige andere Rohstoffe, die eine so ausgedehnte und 
mannigfaltige Verwendbarkeit besitzen und die unübersehbare Zahl der 
Lebensbedürfnisse in so zweckentsprechender Weise zu befriedigen im- 
stande sind wie das Holz. Jeder Blick in die Wohnstätte der Menschen 
überzeugt hiervon zur Genüge. 
Nach der Art der Verwendung scheidet man die Hölzer gewöhnlich 
in zwei große Gruppen, nämlich Nutzhölzer und Brennhölzer. Im 
letzteren Fall bedient man sich des Holzes nur mittelbar, um die bei 
seiner Verbrennung frei werdende Wärme zu nutzen. Hier wird das Holz 
also zersetzt und hört auf, Holz zu sein. Ahnlich verhält es sich mit 
dem Kohlholz, das im Wald meist vom Brennholz nicht unterschieden 
wird; aber auch mit einem großen Teil des Nutzholzes, der ebenfalls bei 
seiner Nutzung durch Hitze oder chemische Mittel zersetzt wird, um 
einzelne Bestandteile des Holzes oder neue chemische Stoffe zu liefern. 
Die Hauptmasse des Nutzholzes dient aber auch heute noch als Bauholz 
oder überhaupt zur Herstellung "hölzerner" Gegenstände, bei denen also 
der Zellenbau des Holzes und damit seine chemischen und physikalischen 
Eigenschaften erhalten bleiben. 
Wir unterscheiden demnach: 
Verwendung des Holzes mit Erhaltung seines inneren 
Gefüges; 
Auflösung des Holzes zur Gewinnung einzelner Be- 
standteile oder von Wärme. 
DaE: für die Beurteilung des Wertes der Hölzer für die verschieden- 
artigen Gewerbe die Kenntnis der Eigenschaften des Holzes (I. Teil, I. Haupt- 
stück) vorausgesetzt werden muß, bedarf kaum besonderer Betonung; ebenso
        

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