Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2890979
Holzes zur 
des 
Behandlung 
Verbesserung seiner Eigenschaften. 
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Auch das Überkleiden der Hölzer mit Furnieren anderer Holzarten 
trägt zur Vorbeugung gegen Reißen bei. 
Dieser Gedanke in Verbindung mit dem der Zusammensetzung des 
Werkstücks aus kleinen Teilen hat seit Beginn des Jahrhunderts zur 
fabrikmäßigen Herstellung von sogenanntem Sp errholz geführt, das 
von der größten Bedeutung für die Bau- und Möbelschreinerei geworden 
ist, weil es ohne jahrelange Lagerung vor Rissen bewahrt bleibt. 
Nachdem das Blindholz erst einen Dämpfungs- und dann einem 
Trocknungsverfahren je mehrere Tage lang unterworfen war, wird es in 
lauter 6-12 cm breite Streifen geschnitten und dann zu Tafeln in den 
Ausmaßen 1,5 X 4,5 m auf Nut und Feder zusammengefügt. Diesem Mittel- 
holz werden dann auf beiden Seiten gleiche Absperrfurniere einer anderen 
Holzart aufgeleimt und die ganze Platte in der Wasserpresse hohem 
Druck und zugleich heißem Dampf ausgesetzt. Solche Sperrholzplatten 
kommen in Starken von O,5-3 cm in den Handel und können dann bei 
der Verarbeitung mit Edelfurnieren verkleidet werden. Als Mittelholz 
dient bei einer Fabrik Kiefer, als Absperrfurnier Erle. Andere Fabriken 
verwenden andere Holzarten, zum Beispiel ausländische, wie Tulpen- 
baum (Whitewood), Wählen auch andere Abmaße, stellen die Platten 
statt aus drei aus fünf Schichten oder aus einer noch größeren An- 
zahl von Furnieren her und wenden noch die Vorsicht an, die einzelnen 
Lagen mit gekreuztem Faserverlauf oder auch nur mit 100 Richtungs- 
untersehied aufeinanderzuleimen. Auch sonst unterscheiden sie sich 
mannigfach in der Herstellung; der Grundgedanke bleibt aber immer der 
gleiche. 
Verbesserung 
der 
Zähigkeit 
und 
Biegsamkeit. 
Eine Erhöhung der Zähigkeit und Biegsamkeit des Holzes wird 
erreicht durch Feuchtigkeit und Wärme. Bei der Holzbiegerei benutzt 
man Dampf von 0,2v1,5 Atmosphären Spannung und läßt ihm je nach 
Holzart und Stärke der beabsichtigten Biegung bis zu 2 Stunden ein- 
wirken. Bei zu kurzer wie zu langer Dauer der Dämpfung ist Bruch, 
bei zu langer auch Bräunung des Holzes zu befürchten. Heiße Wasser- 
bäder sind viel unwirksamer als Dämpfung. Auf der Dämpfung des Holzes 
beruht, wie bereits erwähnt, die Herstellung der gebogenen Möbel (Thonet), 
von Radfelgen, flaubuchtigen Brettverschalungen beim Wagen- und Schiffs- 
bau u. dgl. 
Verbesserung 
des 
Brennwertes. 
Eine Erhöhung des Brennwertes der Hölzer wird stets durch die 
Austrocknung erzielt; vollkommen trockenem Holze kommt der höchste 
Brennwert zu. Geht die Austrocknung bei den Nadelhölzern langsam vor 
sich, so steigert sich der Gehalt an brennkräftigem, hartem Holz auf KOSfGH 
des zum Teil sich verllüchtenden Terpentinöles. Die verhältnismäläige 
Steigerung der Heizkraft des Holzes durch Verkohlung siehe im folgenden 
unter D. Wie der Brennwert, so ist auch die Entzündbarkeit der einzelnen 
Holzarten verschieden. S0 entzündet sich zum Beispiel nach Prof.
        

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