Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2890425
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Holznutzung. 
Die 
Dennoch ist man im Fall von Berechtigungsansprüchen an manchen 
Orten auf diese Verwertungsart ausschließlich angewiesen. Dann erheischt 
die richtige Forstpreisermittlung alle Sorgfalt und geschieht am besten 
nach dem oben S. 334 unter b angegebenen Verfahren. 
Wo dagegen der Forstpreisverkauf nur als eine ausnahmsweise Ver- 
wertungsart besteht, da bildet er eine wohltätige Ergänzung. Er hat 
dann den Vorzug, in Dringlichkeitsfällen (bei Brandunglück, Kleinnutzholz. 
bedarf, in der Jahreszeit, in der keine Großverkäufe stattfinden, u. dgl.) 
sofortige Befriedigung zu schaffen. Auch kann er als Mittel gegen künst- 
lichen Preisdruck (siehe unten) wie übermäßige Preistreiberei angewendet 
werden. In diesem Fall fällt die Forstpreisabgabe mit der nächsten 
Verkaufsart zusammen. 
In den meisten Fällen bedeutet er also einen teilweisen Verzicht des Verkäufers 
auf den höchstmöglichen Erlös. 
Wenn freilich die Forstpreise bei plötzlichem Sinken der Marktlage nicht gemindert 
werden, so verliert diese Art der Preisfestsetzung das Wesen einer Vergünstigung 
und kann zum, Beispiel im Fall 2 zum lästigen Zwang Werden. 
In den unter 3. und 4. angeführten Fällen kommt es auch vor, daß die Abgabe 
mit einem Zuschlag zum Forstpreis der mit dem Käufer mündlich vereinbart wird, er- 
folgt. Dann nähert sich diese Verkaufsart der nächsten. 
Der 
freihändige 
Sonderverkauf (Verkauf 
vereinbarte Preise). 
unter 
der 
Hand 
11111 
.Bei diesem Verfahren kann der Verkäufer den Forstpreis erhöhen 
oder ermäßigen und kann ihn schließlich auch unverändert zum Abgabe- 
preis erklären. Im letzteren Fall nähert sich allerdings das Verfahren 
dem vorhergehenden, unterscheidet sich von ihm aber doch noch außer 
durch den Abschluß eines schriftlichen Vertrags dadurch, daß es sich hier 
nicht um Vergünstigungen und daher nicht um bestimmte eng begrenzte 
Abnehmerkreise handelt. 
Je nachdem Angebot oder Nachfrage größer ist, sucht der Verkäufer 
den Käufer auf oder umgekehrt. Immer aber wird die Verhandlung 
jeweils mit einem einzigen Kauflustigen geführt. Der Verkaufspreis bildet 
sich durch gegenseitiges Fordern und Bieten und schließliche Einigung, 
also durch gleichmäßige Mitwirkung des Käufers und des Verkäufers. Es 
handelt sich meist um größere Warenposten, und es wird darum regel- 
mäßig ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen.  
Solche Kaufverträge werden insbesondere mit Berg- und Hüttenwerken, 
Glashütten, Sägmühlen, holzverarbeitenden Unternehmungen, mit Holzessig, 
Holzschleif- und Zellulosefabriken usw., dann auch mit kapitalkraftigen 
Unternehmern und Holzhändlern abgeschlossen und haben entweder das 
gesamte Hiebsergebnis (z. B. im Kleinwaldbesitz oder bei außergewöhn- 
lichen Massenanfallen im Großwaldbesitz) oder den Gesamtanfall an einer 
bestimmten Sorte (Langhölzer, Schnitthölzer, sämtliche Prügelhölzer, Papier- 
hölzer, Schwellenhölzer, Werknutzholz, Telegraphenstangen usw.) oder 
größere Posten, die bei der Versteigerung keine entsprechenden Gebote 
erzielt haben, zum Gegenstand.  
Natürlich bilden zunächst die durchschnittlichen Versteigerunge- 
ergebnisse (Marktpreise) und in Ermangelung solcher die Forstpreise den
        

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