Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2890412
Verfahren 
der 
Kaufpreisfestsetzung. 
Der 
Sonderverkauf (Verkauf ohne 
öffentlichen Wettbewerb). 
Ohne 
Vertrag 
Forstpreisabgabe 
(Taxabgabe). 
Die nach vorstehenden Ausführungen ermittelten Forstpreise werden 
zugrunde gelegt, und als Preis gilt entweder der volle oder ein er- 
niedrigter Forstpreis. In der Regel sucht der Käufer den Ver- 
käufer auf, zumal der Verkauf sich meist als eine Vergünstigung an einen 
bestimmt umschriebenen engen Empfängerkreis kennzeichnet. 
Die Verwertung um den vollen Forstpreis wird angewendet: 
1. auf Grund von Berechtigungsansprüchen. Wo derart die 
Brennhölzer zur Verteilung um den (oft verminderten) Forstpreis 
kommen, da geschieht, um Mißständen zu entgehen, die Verteilung 
gewöhnlich gemeindeweise, wobei die Weiterverteilung unter 
die Gemeindeglieder der Gemeindeverwaltung überlassen bleibt. 
Bei Nutzholzansprüchen dagegen läßt sich eine gemeindeweise 
Zusammenfassung nicht Wohl durchführen, und es gestaltet sich 
dann die Abgabe an jeden einzelnen Bezugsberechtigten zu einer 
sehr mühsamen, schwierigen Geschäftsaufgabe; 
Letzteres ist besonders in den Alpenbezirken der Fall, wo es sich um fort- 
gesetzte Bedarfsbefriedigung der zahlreichen, oft weit zerstreuten Einzelhöfe zur 
Unterhaltung der Wohngebäude, Ställe, Heustadl, Einfriedigungen usw. handelt (hier 
meist unentgeltliche Abgaben). 
2. zur Befriedigung des Holzbedarfs der Beamten und Bediensteten, 
der Schulen, Kirchen und anderer öffentlicher Einrichtungen, deren 
Beteiligung an den Versteigerungen nicht möglich oder nicht rat 
sam ist; 
3. zur Unterstützung bei plötzlich eintretendeni Bedarf als Folge 
von Naturereignissen (Feuer, Wasser) oder auch in anderen Fällen 
der Not; 
4. endlich bei geringwertigem Holz, das durch Meistgebot nicht ab- 
setzbar ist, oder dessen Gewinnung den Wert übersteigen würde 
(Stöcke, Reisig, Stangen, Äste), als Unterstützung fürl Hilfs- 
bedürftige, für Waldarbeiter, oder um dem Frevel vorzubeugen; 
in diesem Fall tritt auch ein mit Rücksicht auf die Bedürftigkeit 
verringerter Forstpreis ein. 
Über diese ziemlich seltenen Fälle der Anwendung hinaus darf in 
der Regel die eigentliche Forstpreisabgabe nicht ausgedehnt werden. 
Zumal eine allgemeine und alleinige Anwendung Würde die Schattenseite 
dieser Verwertungsart sofort hervortreten lassen: nämlich die Unmöglich- 
keit, den örtlichen Wert jederzeit richtig zu erkennen. Die einseitig 
vom Verkäufer festgesetzten Preise werden dabei auch in der Regel nicht 
durch den Wettbewerb der Verkäufer geregelt, weil gerade für die Forst- 
erzeugnisse in einer bestimmten Gegend meist ein tatsächlicher Allein- 
verkauf eines oder weniger Großbesitzer besteht. 
Gayer-Fabricius, Forstbenutznng. 12. Aull. 22
        

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