Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2889860
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Die Holznutzling. 
Unser Stoff gliedert sich in die erforderliche natürliche Beschaffenheit 
des Triftwassers, dann die zur künstlichen Verbesserung und Instand- 
setzung der Triftstraße nötig werdenden Versicherungs- und Fanggebäude, 
endlich den Triftbetrieb selbst. 
Eigenschaften 
der Triftstrafse. 
Wenn ein Fluß oder Bach zur Trift benutzbar sein soll, so mulä er, 
abgesehen von den anzubringenden künstlichen Verbesserungen, gewisse 
natürliche Eigenschaften besitzen; diese beziehen sich auf die Mächtigkeit 
und das Gefäll des Triftwassers. 
Das geringste Maß der Breite ist von der Lange des Triftholzes 
abhängig, dem es möglich sein muß, sich bequem umzudrehen, wenn nicht 
ununterbrochene Verstopfungen sich ergeben sollen. Nur in künstlichen 
Triftkanälen mit glatten Uferwänden ist beim Sägeblochtriften eine geringere 
Breite als die Blochlänge zulässig.  Das höchste Maß der Breite 
ist durch die Forderung bestimmt, alle Senkhölzer mit Anwendung der 
gewöhnlichen Mittel erreichen und ausfischen zu können. 
Von gleicher Bedeutung wie die Breite ist die Tiefe des Wassers. 
Sie soll wenigstens so groß sein, daß sowohl das flotte Holz wie die 
Halbsenker ohne Berührung des Grundes darin schwimmen können. Die 
Wassertiefe muß bei trägem Wasser und sehr langem Triftweg größer 
'sein als bei schnellfließendem Wasser und kurzem Triftweg, die weniger 
Senkholz geben, größer bei starkem und Rundholz als bei schwachem 
oder aufgespaltenem oder ausgetrocknetem Holz, das viel leichter von1 
Wasser getragen wird. 
Im trockenen Zustand schwimmen alle einheimischen Holzarten auf dem Wasser 
die schweren Laubhölzer verlieren aber beim Liegen im Wasser diese Fähigkeit viel 
früher als die Nadelhölzer; während daher diese noch recht wohl auf weite Ent- 
fernungen in Rundklötzen Hößbar sind, lassen jene das Flößen nur auf kurze Ent- 
fernung und bei größerer Wasserstärke zu. Halbsenkes Holz schwimmt gewöhnlich 
in mehr senkrechter Stellung; ist das Holz so mit Wasser gesättigt, daß es untergeht, 
so-wird es am Grund als Senkholz nachgeschleift Die zweckmäßigste Wasser- 
tiefe für die Wildi-lößerei der Nadelholzrundklötze und Laubholzscheite ist Vz-l m. 
Hierbei ist das Senkholzfischen, wobei der Arbeiter oft in das Wasser steigen muß 
noch immer möglich. 
Ungenügender Wasserstand kann, namentlich wenn er nur vorüber- 
gehend auftritt, in manchen Fällen zeitweilig erhöht werden, indem Seiten- 
zuüüsse oder sonstige benachbarte Wasservorräte gesammelt und in das 
Triftwasser eingeleitet Werden.  
Ein gleichmäßiges G efäll der ganzen Wasserstraße findet sich 
nirgends und ist auch nicht nötig; die im Betrieb stehenden Floßwege 
zeigen in dieser Hinsicht die größten Abweichungen. Das vorteilhafteste 
Gefäll ist ein solches von 'l2--lll2 Olo; hierbei kommt das Holz schnell 
genug vom Platz, es ündet kein unmäfäiges Drängen und Treiben statt, 
das zu Stopfungen und Auslandungen Veranlassung gäbe, und die Floß- 
knechte haben das Holz noch hinreichend in der Gewalt, um es zu lenken 
und bemeistern zu können. Vielfach aber mulä man ein geringeres oder 
auch weit stärkeres Gefäll benutzen. Im letzten Fall sind selbst Strom-
        

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