Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2889852
Holzbeförderung. 
Die 
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kürzeste Linie gewählt werden. Die Bringung kann bei jedem Wetter 
vor sich gehen und verursacht keine Einbuße an Menge und Güte des 
Holzes. Die Bringungsanstalten können verhältnismäßig leicht abgebrochen 
und anderswo aufgeschlagen werden. Den nötigen Holzvorrat voraus- 
gesetzt, ist die Förderung sehr billig; doch liegt in der gemachten Vor- 
aussetzung auch die Gefahr, daß die einmal vorhandene Anlage zu Wald- 
abschwendungen verleitet. Die geschilderten Formen sind je nach Menge 
und Wert des zu bringenden Holzes und nach den Gefällsverhältnissen 
am Platz, WO der Wegbau auf besondere Schwierigkeiten stößt; also 
meist im Gebirg, selten in der Ebene. 
Der Bau von Drahtseilriesen und -bahnen sollte nie ohne Hinzuziehung 
eines erfahrenen Fachmanns in Angriff genommen werden, weil er sonst 
regelmäßig teurer wird. 
Holzbeförderung 
Zll 
Wasser. 
Die Holzbeförderung zu Wasser besteht im allgemeinen darin, daß 
man die zu bringenden schwimmfähigen Hölzer einzeln oder in größerer 
Zahl zusammengebunden auf üiefäendes Gewässer von solcher Stärke 
bringt, wie es zur Fortbewegung des. eingebrachten Holzes ohne weitere 
Kraftvermittlung erforderlich ist. Hiernach scheiden wir unseren Gegen- 
stand in zwei Teile und betrachten im ersten die Einzelflößerei oder Trift, 
im zweiten die gebundene oder eigentliche Flößerei. 
Die Holzförderung zu Wasser ist die älteste Verbringungsart, und schon das 
Alte Testament (Buch der Könige, Kap. 5, V. 9) berichtet. wie große Stammholzflöße 
selbst über Meer gebracht wurden. Auch in Deutschland beschränkte sich die 
Wasserbeförderung in den von der römischen Kultur berührten Gauen auf die Stamm- 
hölzer, und sehr spät erst begann man mit der Brennholzflößerei. Heutzutage finden 
wir die Wasserbringung in vielen Waldgebirgen mit Hoßbaren Wassern mehr oder 
weniger im Betrieb; besonders aber sind es die Hochgebirge, in denen sie aus- 
gedehnte Anwendung und wohl auch ihre vollendetste Ausbildung erfahren hat. Mit 
dem Ausbau der Wege, Straßen und Eisenbahnen haben die Trift und die Flößerei 
beträchtlich an Bedeutung verloren, dagegen ist der Wert solcher gefäll- 
reicben Wasser für anderweitige, gewerbliche Ausnutzung ganz ge- 
waltig gestiegen. 
Die 
Trift 1). 
(Einzelflößerei, Wildflößerei, Holzschwemme) 
Unter T r i f t ein versteht man diejenige Verbringungsweise des Holzes, 
bei der es in einz eln en Stück en in das Triftwasser gebracht und von 
diesem bis an seinen Bestimmungsort fortgetragen wird. 
1) Die Schriften über das Triftwesen sind sehr mangelhaft; was vorhanden ist, 
findet sich verstreut, namentlich in den österreichischen Zeitschriften. Selbständige 
Abhandlungen über einzelne Triftgebiete sind bezüglich der Murgtrift von J äger- 
Schmidt, bezüglich der Trift in den Bayerischen Alpen durch die „F0rstlichen Mit- 
teilungen des bayerischen Ministerialforstbureaus" III. Bd., 3. Heft, und neuerdings 
durch Förster in seinem Buch "Das forstliche Transportwesen", Wien 1885, ge- 
liefert worden. Auch Dr. Barth, Die Geschichte der Flößerei der oberen Kinzig 
(1895); Kochanowski, Die Trift auf dem Czeremoszflusse (Ostern Forstztg. 1902); 
Ders., Die Brennholztrift der Exz. Graf Buquoischen Herrschaft Grratzen.
        

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