Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2889243
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Die Holznutzung. 
des 
Zeit 
Rückens. 
Die Zeit des Rückens ist von der Zeit der Holzfällung, 
der Art des Rückens, der nachfolgenden Beförderung und den 
verfügbaren A r b e i t s k r ä. f t e n abhängig.  
Es ist allgemeine Regel, soweit nur immer tunlich, das Holz s og l e i c h n a e h 
d er Fällu ng un d A ufa rb eitung an die Wege herauszuschaßen und auf die 
Poller- und Ganterplätze zusammenzubringen, um die Schlagfläche baldmöglichst frei- 
zugeben und das Hiebsergebnis in Verhältnisse zu bringen, die seine Abtrocknung 
und Sortierung ermöglichen. 
Allgemeine 
Rückregeln. 
Die allgemeinen Regeln, die beim Rücken zu beobachten 
s i n d , lassen sich wie folgt zusammenstellen : 
1. Alles nur irgendwie zu fördernde Holz soll aus dem 
S c h 1 a. g g e b r a c h t w e r d e n , insofern die Ausbringungskosten durch 
entsprechende Steigerung des Verkaufspreises sich bezahlt machen  was 
bei nicht ganz darniederliegendem Absatz stets erwartet werden kann. 
Ganz besonders sind die Hölzer stets von solcher Ö rt 1 i chk e i t wegzurücken, 
die mit Fuhrwerken nicht erreichbar sind; aus Schluchten, zwischen Felsen 
heraus, aus sumpfigen Orten und von steilen Gehängen weg, zu denen keine Wege 
führen.  
2. Bei allen Hieben über oder zwischen Jungwüchsen, dann bei 
Durchforstungen und Durchliehtungen, soll der Hiebsort sogleich vom 
Holz geräumt und Verfahren, Weg und Zeit so gewählt werden, dafs 
die größte Schonung gewährleistet ist. 
3. Der Holzabfuhr-, Ganter- oder Lagerplatz, die hierzu 
dienenden Wege nnd Gestelle werden vom Wirtschaftsbeamten an- 
gewiesen, und alles zu rückende Holz muß dahin gebracht werden. 
In den Bergen legt man bei Platzmangel oft künstliche Sammel- oder 
Ganterplätze für Stainmholz, durch Erweiterung der Wege zu Tal mittels so- 
genannter Hunde, an; oft dienen diese auch zu vorübergehender Ablagerung während 
des Bringungsbetriebes. 
4. Ebenso wird die Art des Rückens vorgeschrieben und mulä 
genau eingehalten werden. Die unpiieglichen Rückverfahren sind möglichst 
zu vermeiden und auf die Fälle zu beschränken, in denen sie nicht durch 
bessere ersetzt werden können. 
5. Das Zusammenbringen der Hölzer mulä nach Sorten 
g e s c h e h e n, d. h. der Holzhauer mulä einmal bloß Holz von eine r 
Sorte auf dem Schlitten, Schiebkarren usw. führen, und dann jede Sorte 
auf dem Ladeplatz gesondert in Pollerstöße (Bansen, Beigen, 
Rauhbeigen) zusammenlegen. Beim Aufgantern oder Aufpollern 
ist möglichst Rücksicht auf R a u m e r s p a r n i s zu nehmen und an 
Abhängen dafür zu sorgen , dafs die Pollerstöße nicht in Bewegung 
geraten. 
Alle stärkeren Nutzhölzer, die an dumpfigeil Orten und feuchten Stellen zu ver- 
bleiben haben und nicht alsbald abgefahren werden können, müssen gleich nach der 
Fällung a u f U11 t e r l a g e n gebracht werden.
        

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