Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2889208
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Die 
Holznutzung. 
Sehlitteln auf der Sommerbahxr ein ziemlich arbeitsförderndes und waldpdeglixzhes 
Verfahren des Holzrückens. Allein es beschränkt sich immer auf kurze Entfernungen. 
y) Führung des Schlittens. Bei allen Schlitten steht der 
Arbeiter vorn zwischen den Kufenhörnern, die er mit beiden Händen 
erfaßt, um den Schlitten zu ziehen und zu lenken. 
In ebenem Gelände und bei geringem Gefäll muß der Schlitten auch auf der 
Schneebahn fortwährend gezogen werden; bei einer Neigung von 50m ist meist bloß 
die Lenkung des Schlittens erforderlich. Steigt das Gefäll noch mehr, so mnß der 
Arbeiter den Schlitten aufhalten; er muß ihn hemmen. Bis zu "(i-Solo Gefäll 
kann diese Hemmung mit der gewöhnlichen Manneskraft ohne übergroße Anstrengung 
gegeben werden; wird das Gefäll stärker, so muß man zu weiteren Hemmungs- 
mitteln seine Zuflucht nehmen. Beim Schlitteln über steile Bahnen ist zunächst 
der Arbeiter an den Füßen stets mit Fußeisen versehen, die ihm Sicherheit des 
Trittes gewähren. Die eigentlichen Hernmungsmittel bestehen in Schleppästen, 
Sperrketten, Wiedenringen, Sperrtatzren u. dgl., sie bezwecken alle die Vermehrung 
der Reibung; in Mähren ersetzt man diese Hilfsmittel durch Anwendung des Schlepp- 
schlittens. Die Führungdes Schlittens ist übrigens auch wesentlich durch die Bc- 
schalfenheit der Bahn beeinflußt. 
Schleppäste sind Büschel oder Reisergebundc, die, mit Steinen beschwe-rt, 
durch eine kurze Kette hinten am Schlitten angehängt und naehgeschleift werden. 
Oft hängt man mehrere solcher Büschel hintereinander, aber immer an kurzen 
Ketten hart hinter dem Schlitten oder man hängt sogenannte Hunde an, Scheitc 
oder ungespaltene Drehlinge, die gleichfalls an Ketten nachgeschleift werden und 
besonders kräftig aufhalten, wenn sie der Quere nach angebracht werden. Bei sehr 
steilem Gefäll legt man um die Kufen sogenannte Sperrketten oder, wie im 
Schwarzwald, auch Ringe aus Floßwiedcn, die über die Kufenhörner hinab- 
geschoben werden, wodurch offenbar das höchste Maß der Reibung und Hemmung 
 erreicht wird. Eine besondere 
  Sperrvorrichtung hat der in den 
Alpen gebräuchliche Schlitten: 
K "HWL auf einer oder meist auf beiden 
 l "i Seiten des Schlittens befinden 
 wllilllii ' sich sogenannte Sperrtatzen 
 ullllli.  (Abb. 178), eiserne Haken, die 
 mit Hilfe des bis zum Kufen- 
-   horn vorreichenden Tatzenstieles 
 (Krempel) nach Bedarf so gestellt 
 Abb. m. Sperrtutze. werden können; daß der eiserne 
 Schnabel mehr oder weniger tief 
in die Bahn eingreift und aufhält.  Im Mährischen Gebirge bedient man sich an 
sehr steilen Gehängen des oben angeführten Schleppschlittens. Das Schlepp- 
schlitteln besteht darin, daß nur ein Teil der Ladung auf den sehr kurzen Schlitten 
aufgelegt, das übrige aber in einigen an den Schlitten gehängten Gebunden nach- 
geschleppt wird. Diese Verbringungsart eignet .sieh am besten bei einem Gefall 
von 25-30010. 
B) Das Schlitteln außerhalb der ständigen Wege und bis zum nächsten 
Weg, oder Pollerplatz beschränkt sich in den meisten Gegenden auf das 
Brennholz oder die in Rundlingen gerückten Prügel, Kohl-, Papier- 
und anderen Hölzer. 
5. Zum Seilen des Holzes bedient man sich starker Seile (10 bis 
20 m lang, 3-5 cm dick), womit die Stammhölzer an hinreichend geneigten 
Gehängen abgelassen werden. Oberförster Müllerl) empfiehlt das Seilen 
als ein nicht genügend gewürdigtes wald- und holzpflegliches Verfahren, 
1) Schweiz. 
Zeitschrift für Forstwesen. 
1905.
        

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