Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2888798
Fällungs- 
und Ausformungsbetrieb. 
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Gebiet des Bunt, Quader- und Keupersandsteines, ebenso in Kalkgebirgen, 
wo die mit ihr verbundene Bodenauflockerung der Abschwemmung, Boden- 
und Schneeabrutschung in die Hand arbeitet. Natürliche Anflüge werden 
durch Stockrodungen empfindlich geschädigt.  
Die Stockholznutzung findet meist nur da, statt, wo der zu erwartende 
Erlös aus Stockholz die Gewinnungskosten wenigstens deckt. Darum verlohnte sie sich 
früher in der Regel nur, wenn die geleistete Arbeit sehr niedrig in Ansatz kam, d. h. 
wenn sie vom Empfänger des Holzes selbst und zu einer Zeit geleistet wurde, wo er 
sie nicht besser verwerten konnte. In neuester Zeit, wo fast jeder Preis für Brenn- 
holz bezahlt wird, kaufen Sprengstoffabriken auf ganzen Schlägen das Stockholz zur 
Selbstgewinnung an. Wo die frevclhafte Ausstockung mit ihren üblen Begleit- 
erscheinungen zu fürchten ist, empfiehlt es sich, ihr durch beaufsichtigte Stockrodung 
zuvorzukommen. 
s) Wenn das Stockholz überhaupt gewonnen werden soll, so fragt es 
sich, ob es besser auf dem Weg der Baumrodung oder der Stock- 
rodung geschieht. 
Die Vorzüge der Baumrodung sind: 
1. es wird eine beträchtliche Holzmasse durch Ersparen der Fall- 
kerbe gewonnen; 
2. ein Teil des Stocks kann am Nutzholzstück belassen werden und 
dieses so um 5-10010 an Masse gewinnen; 
3. der Stamm fällt langsamer und wird nicht so leicht beschädigt; 
4. das Stock- und Wurzelholz wird leichter, billiger und vollständiger 
gewonnen, weil der Stamm mit seiner Schwere als langer Hebel 
wirkt; 
5. die Trennung des Stammes vom Wurzelkörper ist am liegenden 
Stamm bequemer; 
6. das Umstürzen des Stocks zur bequemen Zerkleinerung erfolgt zur 
Hälfte ohne Aufwand von Menschenkraft. 
Als Nachteile der Baumrodung werden angeführt: 
1. die Fallrichtung ist nicht sicher einzuhalten. Bei Anwendung von 
Zieh- und Druckvorrichtungen ist dieser Grund nicht stichhaltig; 
2. die Erde werde in großem Umkreis aufgewühlt. Dieser Nachteil 
besteht nur gegenüber der Fällung unter Verzicht auf die Stockholz- 
gewinnung. Die nachträgliche Stockrodung schafft meist ein größeres 
Erdloch als die Baumrodung; 
3. der Hauptnachteil ist die Verzögerung des Fällungsgeschäfts, be- 
sonders bei gefrorenem Boden, und des Stammholzverkaufs, der 
dadurch oft geringere Preise erzielt. Durch Anwendung von 
Baumrodenlaschinen kann der Nachteil zu einem guten Teil aus- 
geglichen werden. 
Fällungsregeln. 
Teils aus Rücksicht für die Waldpiiege, teils zur Steigerung der Aus- 
beute und ihres Wertes, dann auch zur Sicherung der Waldarbeiter und 
Förderung des Holzhauerbetriebs überhaupt sind bei der Holzfällung die 
folgenden Regeln, die einen wesentlichen Bestandteil jeder Waldarbeiter- 
Ordnung oder Holzhaueranweisung bilden sollen, zu beachten:
        

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