Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2888710
Fällungs- 
und Ausformungsbetrieb. 
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nicht nur von zwei Seiten eingeschrotet, sondern auch von den Eckseiten, aber 
niemals so tief wie von den beiden anderen, die in der Fallinie liegen. 
Schwächere Stangen werden durch einen Arbeiter gefallt; von 25-30 cm an 
können schon zwei zu gleicher Zeit arbeiten, und an ganz starken Stämmen auch 
vier und mehr. Bei sehr starken Stämmen von geringem Holzwert errichten die 
Arbeiter in Amerika hohe Gerüste, um den Stamm an einer dünneren Stelle abhauen 
zu können (Abb. 143 u. 144). 
2. Fällung mit der Sage allein (Umschneiden). Mit der Säge 
greift man den Stamm auf der der Fallrichtung entgegengesetzten Seite 
an und schneidet bei schwächeren Stammen so tief ein, bis der Stamm 
sich umdrücken läßt; bei starken Stämmen lälät sich der Schnitt ohne 
Klemmen der Säge über das Mark hinaus nicht führen, weshalb man hier 
hinter der Säge, sobald es nur zulässig ist, zwei Keile eintreibt. Während 
des Tieferdringens der Sage wird mehr und mehr nachgekeilt, bis der 
Stamm zu Fall kommt. Statt mit den Keilen können die Stämme mit 
den bereits besprochenen Zug- und Druckvorrichtungen in die gewünschte 
Richtung geworfen werden. 
3. Fällung mit Axt und Sage (Abb. 145). Der Stamm wird 
auf der ausersehenen Fallseite tief am Boden mit der Säge nach der 
Linie b angeschnitten; mit der Axt wird in der     
Richtung der Linie a die sogenannte Fallkerbe   
ausgespalten, die nicht tiefer eindringen soll, als 52,7; l  
der fünfte oder vierte Teil des Stammdurch-  
messers beträgt. Sodann wird auf der entgegen- S;  
gesetzten Seite die Sage angesetzt, und sobald   
sie sich hinreichend tief in den Schnitt c ein-   
gesenkt hat, werden hinter ihr Keile eingesetzt,   
durch deren allmäliliches Antreiben der Stamm   
nach der gewünschten Richtung stürzt.  f," 
Über die gerade erst aufkommende Fällung     
mittels einer Sägemaschine mit Motor-  '  
betrieb siehe oben S. 141.  '  
4. Das Baumroden, das ist Fällung der   
Bäume durch Ausgraben, somit unter gleich- m 3 i:   
   Abb. 145. Fällung mit Axt (M) 
zeitiger Gewinnung des Wurzelstockes; es emp- und Säge (G, 
iiehlt sich in erster Linie bei Flächen, die einer 
anderen Benutzung als durch Waldbäume zugewendet werden sollen, 
z. B. zu Saat- und Pfianzgärten, Schneisen, Wegen, landwirtschaftlichen 
Zwecken. 
Ein gründliches Anroden ist der wesentlichste Teil 
der ganzen Rodearbeit. Sind sämtliche Seitenwurzeln entfernt, 
S0 haftet der Stamm nur noch mit den abwärts eindringenden Herz- 
wurzeln oder seiner Pfahlwurzel. Wo letztere fehlt, wie auf flach- 
gründigem Boden, bei Fichten usw., stürzt der Stamm oft schon durch 
ein gründliches Anroden allein. Ist aber der Stamm mit starken Herz- 
wurzeln oder einer Pfahlwurzel versehen, so wird durch Zug- oder Druck- 
Vorrichtungen der Stamm zu Fall gebracht. Auch bei Anwendung der 
verschiedenen Baumrodemaschinen ist in der Regel ein Anroden nicht zu 
ersparen, bei den durch Druck wirkenden sogar nie; beim Waldteufel
        

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