Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forstbenutzung
Person:
Gayer, Karl Fabricius, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2886189
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2887847
erblichen 
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Die 
Eigenschaften 
Holzes. 
nach Verhärtung der Harzmassen fehlt dem Holz die Spaltbarkeit fast 
ganz; es verhält sich wie gefrorenes Holz. 
Das höhere Rau mgewicht hat geringere Spaltbarkeit im Gefolge; 
alle schweren und damit harten Hölzer sind schwerer spaltbar als die 
leichten; dies gilt auch vom Holz ein und desselben Baumes, indem Ast. 
holz trotz geraden Faserverlaufes schwerer gespalten wird als Schaftholz: 
Wurzelholz spaltet trotz der Leichtigkeit schwer, Weil es stets unregel- 
mäßigen Faserverlauf besitzt. 
Elastizität erhöht die Spaltbarkeit, denn die vom eindringenden 
Keil am einen Ende abgebogene elastische Holzfaser sucht wieder ihre 
frühere, gerade gestreckte Form anzunehmen, was nur durch Verlängerung 
der Spaltkluft möglich ist. 
Gesundheit ist die für die Spaltbarkeit eines Holzes notwendige 
Voraussetzung. Kranke Holzfaser ist je nach der Zersetzungsform bald 
zäh, bald brüchig; in beiden Eigenschaften liegt eine Minderung der 
Spaltbarkeit; schließlich wird das Holz durch die Einwirkung der zer- 
störenden Lebewesen in eine gleichartige Masse umgewandelt, die sich 
nicht mehr spalten, sondern nur noch zerschneiden läßt. 
Als äußere Anzeichen für die Spaltbarkeit des Holzes im 
stehenden Baum gelten: Astreinheit, feine Rindenbildung, gerade auf- 
steigende Borkerisse. Frevelhafterweise wird oft die Spaltbarkeit fest- 
gestellt, indem aus dem Holz ein Span herausgehauen und durch Spalten 
geprüft wird.  
Wie sehr endlich die Spaltbarkeit von der Holzart abhängt, zeigt 
diese Stufenfolge: 
vollkommen spaltbar: Bambus, Rotang oder spanisches Rohr 
(von einer Kletterpalme Calamus abstammend); diese lassen sich in feine 
Faden zerteilen; 
sehr leicht spaltbar: Fichte, Tanne, Weidenrute; 
leicht spaltbar: Weimutskiefer, gem. Kiefer, Eiche, Esche, Buche, 
Erle, Lärche, Zirbe, Eibe, Nußbaum, Edelkastanie; 
schwer spaltbar: Zwetschen- und Kirschbaum, Ulme, Birn- und 
Apfelbaum, Pappel, Linde, Roßkastanie, Ahorn, Birke, Mahagoni, Teak, 
Platane; 
sehr schwer spaltbar: Robinie, Cornus mas, Schwarzkiefer, 
Buchs, Ebenholz, Palisander; 
gar nicht spaltbar: Kegelkugelholz (Guajacum) und Palmhölzer. 
Klemmen. 
Diese zuerst von N ördlinger beobachtete, später von Kcide in 
Japan näher untersuchte Eigenschaft tritt dann in die Erscheinung, wenn 
man vom frisch gefällten Stamm eine Scheibe abschneidet und vom Rand 
gegen das Mark hin anschneidet. Es entstehen Klemmungen, Spannungen, 
welche tangential, d. h. im Verlauf der Jahrringe, gegeneinander wirken 
und das Schneiden der Säge erschweren. Diese Klemmung hängt offen- 
bar mit dem Wassergehalt und der Turgeszenz der Plasma führenden 
Zellen des Splintes zusammen; denn einmal zeigen alle Holzarten diese
        

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