Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Holzverbindungen, Gebälke, Wände und Dächer
Person:
Gunzenhauser, C.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2881144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2881379
Einleitung. 
Zu den Baukonstruktionen in Holz Beim Beschlagen eines Stammes kann Rücksicht 
rechnet man alle Bauarbeiten, welche durch den  genommen werden auf die durch sein eigentüm- 
Zimmermann ausgeführt werden können. liches Wachstum bedingte Brauchbarkeit desselben, 
Zu den Holzkonstruktionen werden mög-  weshalb so zugerichtetes Holz sich weniger zu 
lichst gerade gewachsene, astlose und verziehen und zu werfen pflegt und infolge dessen 
außer der Saftzeit gefällte Hölzer ver- auch tragfähiger wird als geschnittenes Holz. 
wendet, wobei essich hauptsächlich umNadelholz, Anderseits aber reißt es leichter auf als das ge- 
Eichenholz und Buchenholz handelt. Die schnittene; auch geht bei Behandlung mit der Axt 
Hölzerkommenbaldin ihrer natürlichen runden viel Material in Form von Spänen verloren, das 
Form, vornehmlich bei Pfahlgründungen, unter der Säge unversehrt bleibt und sich noch 
Gerüsten, Wald- und Gartenhütten, Schuppen zum Gebrauch als Schale oder Schwarte eignet. 
und Feldscheunen, bald mehr oder weniger be- Das geschnittene Holz gestattet wegen seiner regel- 
hauen oder gesägt in Form von Balken, mäßigen Form ein genaueres Abbinden; dagegen 
Brettern, Latten und anderen Schnittwaren läßt sich meist nicht verhindern, daß es mit der 
beim Hochbau zur Verwendung. Hölzer, die teil- Zeit sich verzieht und windschief wird. 
weise noch die ursprüngliche runde Form besitzen, In zweiter Linie benötigt der Zimmermann für 
nennt man baumkantig oder waldkantig,  dieZweckedesBauensverschiedeneSchnittwaren, 
Hölzer mit ganz rechteckigem oder quadra-  die aus Sägblöcken hergestellt werden und je nach 
tischem Querschnitt vollkantig. Aufgabe  ihren Dimensionen verschiedene Bezeichnungen 
des Zimmermanns ist es, diese Stücke so zu fügen  führen. Rähmlinge,Doppellatten und Rahmschenkel 
und zu verbinden, daß sie ein zusammenhängendes  haben quadratischen Querschnitt, eine Länge von 
Ganzes bilden und den auf sie einwirkenden Kräften  4,5 m, eine Höhe und eine Breite von 60 bis 80 mm; 
der Belastung, des Zugs und der Pressung mög-  Dielen oder Bohlen sind 48 bis 85 mm, Bödseiten 
lichsten Widerstand leisten. 36 bis 47 mm, gewöhnliche Bretter 15 bis 35 mm 
Das vierkantige Stammholz, das zum Bauen in stark, Dachlatten 17 bis 35 mm dick und 50bis 60mm 
erster Linie erforderlich ist, wird entweder be- breit, Gipserlatten 15: 40 mm. 
schlagen oder beschnitten. Ein aus einem Die in nachstehender Tabelle enthaltenen 
einzelnen Baumstamm hergestellter Balken heißt Normalprofile für Kanthölzer und Schnittmaterial, 
Ganzholzbalken. Wird derselbe in der Mitte welche, durch den Innungsverband deutscher Bau- 
durchgesägt, so entstehen zwei H albh olzbalken; gewerksmeister beantragt, für ganz Deutschland 
wird er durch zwei sich kreuzende Schnitte geteilt, Gültigkeit haben, sind bei Aufstellung von Ent- 
so erhält man vier Kreuzhölzer. Beide Arten würfen und Kostenanschlägen, sowie bei Banaus- 
der Zurichtung, die des Beschlagens und des führungen anzuwenden. 
Schneidens, haben ihre Vor- und ihre Nachteile.  
Normalmaße für Kanthölzer in Zentimeter. 
 
 
818  8110 10112  10114 12116  14118 14120  16122 18124 20126 22128 24130 
10110 12112 12114 14116  16118 16120 18122 20124 24126 26128 28130 
 14114 16116  18118 18120 20122 24124 26126 28128 
    20120  
Normalmaße für Schnittmaterial. 
Bretter, Bohlen und Latten werden hergestellt 
              
in Stärken von 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 60, 70, 80, 90, 100, 120 und 150 mm. 
Das zum Zimmern auszuwählende Holz muß 
möglichst geradschäftig gewachsen sein, weshalb 
sich Nadelholzstämme vorzugsweise dazu 
eignen. Wegen ihrer großen Federkraft und Länge 
und ihrer ziemlich gleichmäßigen Stärke werden 
sie insbesondere zu Gebälken und Dachkonstruk- 
tionen verwendet, während das sprödere, weniger 
elastische, aber weitaus dauerhaftere Eiche nholz 
vermöge seiner großen Festigkeit auf Zug und 
Druck und vermöge seiner Dichtheit überall den 
Vorzug verdient, wo es sich um Stützen, Häng- 
säulen, Mauerlatten, Schwellen und Pfetten handelt. 
Die ungünstigen Eigenschaften des 
Bauholzes im allgemeinen, welche bei der 
Konstruktion wohl zu berücksichtigen sind, bestehen 
namentlich darin, dass es sich beim Austrocknen
        

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