Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Holzverbindungen, Gebälke, Wände und Dächer
Person:
Gunzenhauser, C.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2881144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2881413
Holzverbindungen. 
kann das obere nötigenfalls in der Mitte gestoßen 
werden (Taf. 2 Fig. 28 und 29). Eine Sprengung 
des ganzen Trägers etwa auf V60 seiner Länge 
erscheint als zweckmäßig. Die Abstände zwischen 
den Zähnen sind in der Regel ebenso weit wie 
die Verdübelungen. Da es sehr schwierig ist, die 
Zähne so genau auszuarbeiten, daß die Hirnflächen 
bei Belastung des Balkens durchaus gleichmäßig 
gepreßt werden, so vergrößert man den Raum 
zwischen den Hirnholzflächen etwa auf V6 bis lfv 
der Balkenhöhe und bewirkt durch Doppelkeile 
aus Hartholz eine gleichmäßigere Verspannung. 
Derartig verzahnte Balken haben übrigens den 
Nachteil, daß zum mindesten V10 der Höhe ver- 
loren geht. Deshalb begnügt man sich in der 
Regel damit, zwei Balken glatt und eben auf- 
einander zu passen und zu sprengen. Das Gleiten 
derselben wird durch Keile von 8 bis 10 cm Höhe 
und 10 bis 30 cm Breite verhütet (Fig. 30, 31 und 32). 
Die in Fig. 30 eingeschriebenen Maße sind den 
Trägern entnommen, die beim Bau des Landes- 
 gewerbemuseums in Stuttgart zum Maschinengerüste 
verwendet waren. Sehr vorteilhaft ist es auch, 
nach Taf. 3 Fig. 1 als Träger zwei Balken zu ver- Taf.3 
wenden, die durch zwischengestellte Pföstchen 
etwa 25 cm auseinandergehalten und im übrigen 
durch Schrauben verbunden werden. In Fig. 2 
wird die Verstärkung zweier Hölzer durch eine 
 zwischenliegende Walzeisenplatte bewirkt, welche 
die gleiche Länge und Höhe hat wie die Hölzer 
selbst. Ähnlich verhält es sich mit der Verbindung 
durch I-Eisen nach Fig. 3, wobei das Holz im 
wesentlichen nur noch angefügt ist, um sowohl 
den Fußboden als auch die Decke daran befestigen 
zu können. Eine der Fig. l ähnliche, nur etwas 
stärkere Konstruktion, die mehr als Brückenträger 
verwendet wird, ist in Fig. 4 dargestellt. 
Der Sprengwerkbalken Taf.3 Fig. 5 be- 
steht aus zwei Hölzern von 25 bis 30 cm Höhe 
und 10 bis 12 cm Breite, die mit den dazwischen 
liegenden geneigten Streben durch Schrauben und 
Keile verbunden sind.  
Der linsenförmig gesprengte Träger Taf.3 
(Fig. 6 und 7) setzt sich aus zwei verhältnismäßig 
dünnen Hölzern zusammen, die an den Enden 
durch Schrauben und Keile vereinigt und durch 
zwischengestellte oder seitlich angeblattete und an- 
geschraubte Hölzer getrennt werden. Aus dem 
gleichen Grunde, welcher bei Fig. 28 und 29 Taf. 2 
angeführt wurde, ist es auch hier statthaft, das 
untere Holz schwächer zu nehmen als das obere. 
Die Länge dieser Träger ist von der Dimension 
der jeweils zur Verfügung stehenden Balken ab- 
hängig, und die Sprengung beträgt V20 bis Vati der 
Länge. Diese Konstruktion, die hier auch nur der 
Vollständigkeit halber Erwähnung findet, wird 
wenig gebraucht. 
Der in den Fig. 8 bis ll zur Abbildung ge- 
2 
Die Fig. 22 bis 27 machen unter sich wiederum 
eine Gruppe aus, welche die durch Zapfen herge- 
stellte Verbindung der Pfosten mit den 
Schwellen und Pfetten zum Gegenstand hat. 
Fig. 22 erinnert an den Kreuzzapfen, Fig. 23 hin- 
gegen an den Winkelzapfen, der bei Eckpfosten 
da vorzukommen pflegt, wo die Pfetten oder 
Schwellen mit stumpfer Gehrung zusammenlaufen. 
Wenn, wie in Fig. 21, die Pfette mit dem Eck- 
pfosten bündig abgeschnitten ist, so erhält letzterer 
den abgesteckten Zapfen nach Fig. 27. Diese Art 
der Verbindung nehmen gewöhnlich die End- und 
Ortpfosten an. Sind die senkrechten Hölzer wesent- 
lich stärker als Pfette und Schwelle, so kommt der 
in Fig. 24 dargestellte einfache Blattzapfen zur 
Geltung, während bei gleichstarken Hölzern der 
in Fig. 25 entworfene Blattzapfen vorherrscht. Den 
einfachen geraden Zapfen für Zwischenpfosten zeigt 
Fig. 26. Die über den Pfosten angeordnete Pfette 
mit Winkelband (Fig. 25) läßt die entsprechenden 
Löcher und den Ausschnitt für den Blattzapfen 
erkennen. 
5. Verstärkung horizontaler Hölzer. 
Die relative Tragfähigkeit eines Holzstücks 
nimmt zu im einfachen Verhältnis seiner Breite 
und im Quadrat seiner Höhe. 
Da frei liegende Träger und Unterzüge, die 
aus einem einzigen stärkeren Stück bestünden, für 
größere Belastungsverhältnisse schwer oder gar 
nicht zu beschaffen sind, so sieht man sich in 
solchen Fällen genötigt, durch Vereinigung mehrerer 
schwächeren Hölzer eine Verstärkung zu versuchen, 
wenn man nicht etwa zum Gebrauch von Eisen 
Tai.2 schreiten will. Solche verstärkte Hölzer heißen 
armierte Balken. Zwei Hölzer von gleicher 
Länge, Breite und Höhe würden, der Länge nach 
ohne alle weitere Verbindung aufeinander gelegt, 
nur wenig mehr als die doppelte Last des einfachen 
Balkens tragen. Findet aber zwischen denselben 
eine Verbindung in der Weise statt, daß die beiden  
Hölzer sich nicht unabhängig von einander bewegen  
können, und daß namentlich ein Gleiten des einen 
Holzes auf dem andern zur Unmöglichkeit wird, 
so ist der Fall so anzusehen, als Würden beide 
Hölzer zusammen aus einem Stück bestehen. D83 
dies ein großer Vorteil ist, geht aus obigem Satze 
über relative Tragfähigkeit hervor. Das Gleiten 
armierter Hölzer wird bald durch Verdübelung, 
bald durch Verzahnung derselben verhindert, und 
gegen ihre Trennung wendet man Mutterschrauben 
an. S0 beschaffene Träger werden auf eine Länge 
von 10 bis 18 m hergestellt. Die Höhe beträgt 
je nach der Belastung lfao bis V15 der Spannweite. 
Da die Fasern des unteren Holzes auf Zugfestig- 
keit, die des oberen aber auf rückwirkende Festig- 
keit in Anspruch genommen werden, so kann die 
Höhe des untern Holzes etwas vermindert und
        

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