Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Innere Stadterweiterung
Person:
Schilling, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2872518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2875612
II. Teil. K. Berlin. 251 Dritte Periode. Sanierung des Schcunenviei-tels. 
 
hätte, das Gelände durch einen Agenten parzellenweise verkauft haben würde. In 
Zwischenzeit war der Verkaufspreis bei Einzelverkauf auch erhöht worden auf 
der 
9 147 380 
Nach der vorliegenden Offerte sollte der Preis um 10W, reduziert werden, 
also um 914738 „ 
so daß der Verkaufspreis 8232642 M. 
betragen hätte. Den Einzelverkauf der Parzellen dachte sich der Betreffende so, daß 
10W, des Kaufpreises bei der Auflassung in bar gezahlt werden, das Restkaufgeld zu 40A, 
verzinst und nach Fertigstellung der Häuser durch eine erste Hypothek abgelöst werden 
sollte. Für den Abschluß der Kaufverträge und die Vermittlung der Zahlungen war 
ein Notar zu wählen. Der betreffende Kaufmann beanspruchte für den Verkauf 204, 
Provision 
164 652 M's 
die Hälfte im 
WOVOII 
Betrage von 
82 326 M. 
Makler für 
dem 
die Mitarbeit zukam. 
denn es war frag- 
Dieser Vorschlag bot der Stadt wenig Vorteile, 
lich, ob der Kaufmann auch wirklich für die 40 Parzellen Käufer finden könne. Sie 
wäre also für die nächsten Vzwei Jahre gebunden gewesen, ohne Garantien für die Reali- 
sierung zu besitzen, auch bestand die alte Zinslast unvermindert fort. Da. noch andere 
Angebote eingingen, bei denen diese Nachteile vermieden waren, und da mithin für die 
nächste Zeit die Aussicht einer günstigen Realisierung vorhanden war, kam diese 
Offerte 
nicht 
Betracht. 
das zunächst sehr viel 
Weit eher war dies bei einem zweiten Angebot der Fall, 
zu haben schien, wenn es auch später fallen gelassen werden mußte, da. 
für sich 
von 5M, des Kaufpreises nicht hinterlegt wurde. Diesem Projekt fehlte 
Kaution 
Angebot eine: 
Gesellschaft , die 
das Land in 
Erbbau über- 
nehmen will. 
Ausführung eine 
finanzielle 
Grundlage; 
VOII 
indes 
Bedeutung, 
weil 
einen 
das Erbbaurecht bei Durchbrüchen und Sanierungen zur Anwendung 
Versuch darstellt, 
zu bringen. Sofern die Stadt Berlin ein Erbbaurecht bestellt, sollte eine Aktiengesell- 
schaft mit 2 ooo oook M. Aktienkapital gegründet werden, die das Gelände des Scheunen- 
Viertels 
einheitlich 
mit Wohn- 
und 
Geschäftshäusern 
hätte, 
bebauen 
allen 
Sprüchen des modernen Komforts genügen; sogar ein Fernheizwerk nach Dresdner 
Muster war vorgesehen. Zwangsversteigerungen und Mietunterbietungen waren dem- 
nach ausgeschlossen, und eine gleichmäßige ungestörte günstige Entwicklung schien 
den Offerierenden dadurch gesichert. Der Preis für das Gelände war mit 8 000 000 M. 
eingesetzt. Der Erbbauveürag folgte den bei der Aufteilung der Domäne Dahlem 
maßgebenden Grundsätzen, nur wurde der Erbbauzins nicht zu 20A, sondern mit 211W), 
d. i. für 8 ooo ooo M. 180 ooo M., berechnet, und die Dauer des Erbbauvertrages war 
nicht wie in Dahlem auf 70, s0ndern_nur auf 60 Jahre bemessen. Mit dem Erlöschen 
des Erbbauvertrages fallen sämtliche Baulichkeiten lasten- und schuldenfrei der Stadt- 
gemeinde zu. Man nahm an, daß die Grundstücke dann gegenüber 8 000 000 M. beim 
Erwerb einen Wert von 24 000 000  haben werden und die Stadt dann einen Gewinn 
  Prof. Ermann von der Universität Münster hat, vergLVossische Zeitung, am 17.9.1900 
in Berlin über "Das Erbbaurecht, seine soziale und finanzielle Bedeutung für die Verwertung des 
Scheunenviertels" gesprochen. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.