Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Innere Stadterweiterung
Person:
Schilling, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2872518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2875606
Dritte Periode. 
Sanierung des Scheunenviertels. 250 
Berlin. 
legenheit 
erfassen. 
Ein 
rasches 
Handeln, 
Vorbedingung 
aller 
wirtschaftlichen 
Tätigkeit, 
war 
ausgeschlossen, 
und 
somit 
hätte 
VOII 
vornherein 
fraglich 
scheinen 
müssen, 
man 
diese 
Weise 
VOII 
Mehrheit 
Stadtverordneten 
und 
Magistratsmitglieder 
erstrebte 
Ziel, 
das 
Scheunenviertel 
einem 
möglichst 
hohen 
Versuche mit 
Einzelverkauf  
Preise 
verkaufen, 
erreichen 
konnte. 
dann 
Zunäqhst versuchte 
die Stadt die Gewinne 
man das Gelände direkt zu veräußern; man hoffte, daß 
machen könne, die sonst einem Privatunternehmer über- 
lassen werden mußten. 
Am 
März 
1909 wurde von der Scheunenviertelkommission 
Folgen des 
Wartens auf die 
Käufer. 
ein Verkaufsbureau eingerichtet, nachdem tags zuvor das nach Niederlegung des 
Scheunenviertels und Anlage neuer Straßen und Plätze freigewordene Baugelände 
von 40 Parzellen z 32 200 qm im Gemeindeblatt öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben 
war. Den Bewerbern blieb es freigestellt, ob sie das Gelände im ganzen, in Blocks oder 
in einzelnen Baustellen erwerben wollten. Angebote waren bis zum 24. April 1909 
an die Scheunenviertelkommission einzureichen. Die Ausschreibung wurde in vier 
Zeitungen mehrmals wiederholt, aber ohne nennenswerten Erfolg. Ein Angebot auf 
den Erwerb des ganzen Geländes war bis zum 24. April 1909 überhaupt nicht ein- 
gegangen, und an Einzelangeboten wurden nur sechs auf acht Parzellen eingereicht, 
die noch dazu unannehmbar waren. Man "wartete" noch 3l4 Jahr lang auf geeignete 
Käufer, aber vergeblich, bis zum Dezember 1909 war zu den sechs unannehmbaren 
Angeboten kein weiteres hinzugekommen. Die Angelegenheit ruhte wieder ein ganzes 
Jahr lang, die "Konjunktur" sei nicht günstig gewesen, ein so großes Objekt zu reali- 
sieren. Unterdessen kostete die Sanierung des Scheunenviertels durch Zinsverluste 
und zu zahlende Zinsen täglich 1000 M., in den umliegenden Stadtteilen erlitten Hand- 
werker und Handeltreibende durch das Fehlen einer Bevölkerung von 10 000 Personen 
nicht unerhebliche Verluste, während die wüst daliegende große Fläche des Scheunen- 
viertels auch noch die Entwicklung der Königsstadt gefährdete, die eigentlich durch die 
Sanierung beabsichtigt war. Die Zahl der Petitionen, die wegen unerquicklicher Zustände 
im Sanierungsgebiet und den angrenzenden Stadtteilen an die Stadtverordneten gelangte, 
wuchs in diesem Jahre noch weiter an; die Grundbesitzer agitierten z. B. in einer Ein- 
gabe des Vereins zur Förderung der Interessen des Stadtviertels am Prenzlauer Tor 
lebhaft dafür, unter allen Umständen 
bauen und weniger auf die Höhe des 
das Areal des Scheunenviertels baldigst zu be- 
Kaufpreises als auf das Wohl des Stadtviertels 
Angebot eine: 
Agenten. 
Rücksicht zu nehmen, das unter der bis dahin erfolglos betriebenen Verkaufspolitik 
erhebliche Schäden erleide. Erst im Dezember 1910 konnten sich Magistrat und Stadt- 
verordnete wieder ernstlich mit dem Verkauf des Scheunenviertels beschäftigen, indem 
in dieser Zeit'v i e r A n g e b o t e eingingen, von denen zwei in engster Wahl standen 
und deren eines nach lebhaftem Kampf schließlich angenommen wurde. Die geringste 
Aussicht auf Annahme hatte das Angebot eines Kaufmannes, der das Gelände selbst 
nicht erwerben wollte und nur erklärte, binnen zwei Jahren für sämtliche Baustellen 
des, Scheunenviertels der Stadt Käufer zu finden. Der Betreffende bot also gewisser- 
maßen seine Vermittlungsdienste der Stadt an, die, wenn sie den Vorschlag angenommen
        

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