Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Innere Stadterweiterung
Person:
Schilling, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2872518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2875389
Erste Periode. Die Baugesellschaft  228  II. Teil. K. Berlin. 
ähnlichen 
fmanziellen 
Verhältnissen 
wie 
vorhergehenden 
kleinen 
Sanierung. 
Weit er- 
Vermietung 
den bei der 
Die erworbenen Grundstücke wurden nicht nach 
Stadt sonst üblichen Ver- 
mietungsnormen verwaltet, da. sie nicht zur Vermietung, sondern zum Abbruch an- 
gekauft waren und die Mietverträge bis dahin weiter Geltung behielten. Für die Wieder- 
unterbringung der Emittierten glaubte man keine besonderen Vorkehrungen treffen zu 
müssen, da „bei der Verschiedenheit der Mietverträge die Evakuierung sukzessive vor 
sich  Leer gewordene Räume wurden weiter vermietet, auch wenn es sich nur 
um eine kurze Zeit handelte. Erwähnt sei noch, daß man in dem Falle, wo die Gebäude 
vor Ablauf der Mietverträge abgebrochen werden sollten, die Miete ermäßigte und außer- 
dem den Mietern eine andere Wohnung anwies. Dies ist der einzige Fall, wovder Magi- 
strat für eine Wiederunterbringung der Emittierten Sorge trug, und auch hier weniger 
aus sozialpolitischen als aus praktischen Gründen, weil sonst eine Leerung der Räume 
nicht 
erzielen 
gewesen 
wäre. 
Verkauf der 
Restgrundstücke. 
Der Verkauf der Grundstücke hatte keine Schwierigkeiten, soweit Käufer, 
die Anlieger in der Klosterstraße waren, in Frage kamen (Fig. 82). Nördlich 
der Kalandsgasse aber mußten für jede Banstelle die Käufer erst gesucht werden, und 
bei dem immer noch unfertigen Zustande der Kaiser-Wilhelm-Straße war wenig Aus- 
sicht vorhanden, solche zu ünden, so daß es nahezu unmöglich erschien, daß die Straße 
Notwendige 
Beteiligung einer 
Privatgesell- 
schaft  
durch Einzelunternehmer ausgeführt werden könnte. 
Die hier gemachten Erfahrungen führten auch dazu, daß die Stadt Bedenken 
trug, die zur Durchführung des noch fehlenden Teiles der Kaiser-Wilhelm-Straße 
erforderlichen Grundstücke zu erwerben. Das seit dem Jahre 1861 schwebende Projekt 
wäre demnach im Jahre 1882 beinahe wieder ins Stocken geraten, wenn sich nicht 
schließlich nach Verhandlungen mit verschiedenen anderen Privatunternehmern die 
Berliner Handelsgesellschaft bereit erklärt hätte, die einheitliche Durchführung des 
Vertrag der 
Stadt mit der 
Berliner Handels- 
gesellschaft. 
Verpüichtung 
de: Stadt. 
ganzen Unternehmens zu sichern. 
Nach längeren Verhandlungen kam am 27, Juni 1884 zwischen der- Berliner 
Handelsgesellschaft und der Stadt Berlin ein Vertrag zustande, auf Grund dessen die 
Gesellschaft alle Geschäfte mit spekulativem Charakter übernahm, die Stadt dagegen 
sich an diesen Geschäften nur mit einem einmaligen Zuschuß von 4 000 000 M. be- 
teiligte und sich im übrigen nur zur Ausführung solcher Unternehmungen verpflichtete, 
die auch sonst im Rahmen der Stadtverwaltung liegen, und die, weil sie unrentabel 
sind, eine Erwerbsgesellschaft auch gar nicht übernehmen kann. 
Auf Grund dieses Vertrages übernahm die Stadtgemeinde die Verpflichtung: 
I. Die Freilegung der Kaiser-Wilhelm-Straße vom Neuen Markt bis zur Kloster- 
straße innerhalb drei Jahren zu bewirken; 
2. das durch die Ausführung der Straßenanlagen freiwerdende Straßenland, 
 soweit die Ausführung der in Rede stehenden Projekte durch die Baugesell- 
schaft erfolge, dieser letzteren unentgeltlich abzutreten;  
 
Eine Begründung, 
wohl kaum 
stichhaltig ist.
        

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